Geldanlage

Nachhaltigkeit: Achten Sie auf die „Subventionsfalle“!

Nachhaltigkeit: Achten Sie auf die "Subventionsfalle"!
geschrieben von Julius F. Reiter

Immer mehr Verbraucher interessieren sich für Investments in „Nachhaltigkeit“, was ein gutes Gewissen mit einträglichen Renditen verbinden soll. Zu beachten ist jedoch: Die grundsätzlichen Risiken in den Produktkategorien unterscheiden sich nicht von denen herkömmlicher Geldanlagen. Mitunter können sie sogar größer sein, etwa wenn Subventionen eine Zeit lang die Geschäftszahlen aufhübschen.

Was Nachhaltigkeit bedeutet

Nachhaltigkeit umschreibt den anhaltenden Umgang mit vorhandenen sozialen, ökologischen und ökonomischen Ressourcen. Die Ressourcen unserer Generation sollen auch zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen. Nachhaltige Investments umfassen Geldanlagen mit einem Anlageschwerpunkt im Bereich Ethik, Bildung, erneuerbare Energien, Holz, Gesellschaft, Ökologie, Wasser, Mikrofinanz und Klimaschutz.

Anleger haben unterschiedliche Möglichkeiten, in eine nachhaltige Entwicklung zu investieren. Auf Nachhaltigkeit spezialisierte Kreditinstitute bieten Finanzdienstleistungen an, die denen der bekannten Kreditinstitute entsprechen. Bei diesen Kreditinstituten sind insbesondere die Geschäftsprozesse transparenter als bei traditionellen Kreditinstituten. Fondsgesellschaften bieten Investoren zudem offene und geschlossene Fondsprodukte an. Investoren können daneben selbstständig durch den Erwerb von Aktien und Anleihen in Unternehmen investieren, die nachhaltig wirtschaften.

Nachhaltigkeit boomt seit Finanzkrise

Der Markt für nachhaltige Finanzprodukte wächst insbesondere seit der Finanzkrise in einem enormen Tempo. Ende 2010 betrug das Investitionsvolumen in nachhaltigen Investments 57 Milliarden Euro. Dabei wuchs das Volumen alleine von 2009 auf 2010 über 20 Prozent, so die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahre 2011 des FNG Forum Nachhaltige Geldanlagen.

Verbraucher sollten sich trotz des Hypes um Nachhaltigkeit nicht täuschen lassen und auf die Risiken des Trends achten. Nachhaltige Finanzprodukte haben zwar einen anderen Anlagezweck, jedoch weisen sie dieselben Risiken wie herkömmliche Finanzprodukte auf. Darüber hinaus basiert das überdurchschnittliche Wachstum der Branche teilweise auch auf staatlichen Subventionen, die nicht unendlich weiterlaufen, wie das aktuelle Beispiel der Solarindustrie zeigt.

Das süße Gift

Sowohl direkte als auch indirekte Subventionen können für den Anleger süßes Gift sein. Direkte Subventionen, wie z. B. durch das Stromeinspeisungsgesetz bei erneuerbaren Energien, oder indirekte Subventionen, wie z. B. durch Steuervorteile bei Immobilien- oder Medienfonds, werden in den Produktpreis einkalkuliert. Dies wirkt sich in einer höheren Preisbildung aus und kommt daher nicht beim Anleger, sondern beim Anbieter an.

Zudem sollten sich Anleger über die Anlagepolitik genau informieren. Publikumsfonds beispielsweise, die unter dem Label "Klimafonds" beworben werden, aber zugleich auch in Unternehmen investieren, die Offshore-Ölpattformen betreiben, Urwälder roden oder Kinderarbeit zulassen, sind nichts für Öko-Puristen. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag "Etikettenschwindel bei Nachhaltigkeitsfonds".

Nachhaltigkeit braucht Werthaltigkeit

Anleger müssen wissen, dass auch Unternehmen mit einer zukunftsträchtigen Geschäftsidee in die Krise geraten können. Insbesondere bei geschlossenen Fondsprodukten kann es passieren, dass der Anleger in der Nachschusspflicht ist und für Verluste persönlichen haften muss. Dies kam in der Vergangenheit vor allem bei Immobilienfonds zum Tragen. Auch für nachhaltige Geldanlagen gilt der Grundsatz: Höhere Renditen gibt es nur bei höheren Risiken.

Fazit: Anbieter haben das Potenzial von nachhaltigen Investmentprodukten erkannt, und die Auswahl an Investitionsmöglichkeiten für Investoren wachsen kontinuierlich. Dies birgt für Anleger die Gefahr, dass sie die Risiken einzelner Produkte nicht mehr unterscheiden können und sich schwarze Schafe mit falschen Versprechen unter die Anbieter mischen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich Anleger mit den Produkten auseinandersetzen und deren Anlageschwerpunkte überprüfen. Denn auch nachhaltige Investments bieten zahlreiche Möglichkeiten, der eigenen Risikoneigung entsprechend erfolgreich zu investieren. (Mitarbeit: Alexander Zureck)

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