Mit bekannten Marken hohe Gewinne erzielen

Mit bekannten Marken hohe Gewinne erzielen

Wer die Marken hat, hat die Märkte. Ein Zitat, das verdeutlicht, dass vor allem Unternehmen, die über Marken mit hohem Bekanntheitsgrad verfügen, oft mehr bzw. einfacher Geld verdienen, als andere Betriebe. Für Anleger bedeutet das, dass sie bei der Auswahl auch auf diesen Aspekt achten sollten.

Seit 2000 ermittelt der Markenberater "Interbrand" einmal pro Jahr den Wert von Marken und veröffentlicht die Ergebnisse in einer Studie. Unternehmen, die eine oder mehrere bekannte Markten haben, verdienen meist überproportional viel. Der Grund ist leicht erklärt: ist den Menschen eine Marke, ein Name, gut vertraut und haben sie gute Erfahrungen mit der Marke gemacht, vertrauen sie auch dem Unternehmen, kaufen meist häufige und probieren gerne neue Produkte des Unternehmens.

Und Markenanbieter haben es meist auch einfacher, ihre Produkte zu guten Konditionen an prominenter Stelle, z.B. in Supermärkten, zu platzieren. Denn von bekannten Marken profitieren auch andere Unternehmen, eben z.B. Verkaufsunternehmen oder andere Kooperationspartner. Im Idealfall sind Marke und Unternehmensnamen in den Köpfen von Kunden und Geschäftspartnern identisch, erzielen also einen optimalen Wiedererkennungswert.

Der Markenwert in Zahlen

Lange Zeit war Coca-Cola die bekannteste Marke der Welt. Das hat sich in den letzten Jahren etwas geändert. Zwar ist Coca-Cola immer noch nahezu allen Menschen auf der Erde ein Begriff. Aber im IT-Zeitalter haben Firmen wie Apple oder Google dem einstigen Platzhirschen den Rang abgelaufen. Und Marken an sich haben schon mal ihren eigenen Wert, der sich auch in den Bilanzen von Unternehmen niederschlägt. Alleine Apple hat aktuell einen Markenwert von fast 119 Mrd. Dollar. Hinzu kommen natürlich materielle und andere Werte, wie z.B. Gebäude. Google hat einen Markenwert von etwa 107 Mrd. Dollar, Coca-Cola von knapp 82 Mrd. Dollar. Andere Agenturen kommen auf leicht abweichende Werte, aber am grundlegenden Ranking ändert sich wenig.

Konsequenzen für potenzielle Aktionäre

Für (potenzielle) Aktionäre bedeutet das, dass sie bei der Aktienauswahl immer auch auf den Markenwert und dessen Entwicklung schauen sollten. Je höher der Wert, desto stabiler ist meist auch die Kursentwicklung, da die Kurse auch durch den Markenwert nach unten abgesichert sind. Neben den genannten Unternehmen haben u.a. auch General-Electric, McDonalds, Microsoft, Disney, IBM, Samsung oder Toyota.

Deutsche Unternehmen rangieren meist nicht unter den Top-Nine. Die aktuell wertvollste deutsche Marke ist Mercedes Benz auf Rang 10. Ohnehin gehören vor allem US-Konzerne zu den erfolgreichsten Markenunternehmen, europäische oder asiatische Titel sind deutlich in der Unterzahl bzw. rangieren auf den hinteren Plätzen.

Natürlich können auch Markenunternehmen einmal eine Schwächephase durchlaufen oder sogar existenzielle Probleme haben, wie derzeit z.B. Nokia. Nokia war noch vor einigen Jahren unter den Top-Ten-Marken zu finden. Heute kämpft der Konzern ums Überleben. Und natürlich darf der Markenname alleine kein Entscheidungskriterium bei der Aktienauswahl sein und auch Unternehmen mit einem weniger bekannten Markenimage agieren oft extrem erfolgreich. Aber zur Abrundung sollte immer auch der Bekanntheitsgrad von Marke und Unternehmen geprüft werden.

Darüber hinaus sollten wie immer u.a. Kurs-, Umsatz-, Gewinn- und Dividendenentwicklung sowie Verständlichkeit des Geschäftsmodells und Branchenentwicklung angesehen und bewertet werden. Wer Markenbekanntheit und andere Auswahlfaktoren bei einer Aktienentscheidung zu Grunde legt, wird mit ein wenig Glück an der Börse langfristig Geld verdienen.

Veröffentlicht am 19. Dezember 2014