Mit Aktien von Autofirmen viel Geld verdienen?

Wie Sie mit Aktien von Autofirmen viel Geld machen.

Die Automobilindustrie gilt als eine der Vorzeigebranchen in Deutschland. Und die Verkaufs- und Umsatzzahlen der meisten Autofirmen hierzulande entwickeln sich aktuell insgesamt durchaus positiv. Sollten Anleger daher auch Aktien von Automobilherstellern oder Zulieferern kaufen?

Fakt ist, dass Deutschland stark von der Automobilbranche inklusive Zulieferern abhängig ist. In der Branche sind direkt und indirekt mehrere hunderttausend Mitarbeiter beschäftigt. Und das Geschäft läuft trotz einiger Probleme (Stichworte u. a. VW-Skandal, Diskussion um die Umweltverträglichkeit des Dieselmotors) insgesamt gut. Verkaufszahlen, Umsätze und Gewinn von Daimler, BMW und Co. entwickeln sich derzeit positiv. Ähnliches gilt für große Zulieferer wie Continental, Bosch oder Leoni. Dennoch haben sich die Kurse der Autofirmen und Zulieferer nicht so gut entwickelt wie die in anderen Branchen. Sollten Anleger die Kursschwäche nutzen und einsteigen oder lieber die Finger von einem Engagement lassen?

Fakt ist, dass Autoaktien aus allen Bereichen sehr stark von der Konjunkturentwicklung im Inland und auf den Exportmärkten abhängig sind. Entsprechend hoch sind die Schwankungen im Kursverlauf, aber auch bei der Dividendenzahlung. Guten Jahren folgen häufig schwierige Perioden, bei denen die Dividende dann schon mal gestrichen oder zumindest gekürzt wird. Vor allem lässt auch die langfristige Kursentwicklung oft zu wünschen übrig.

Die Daimler-Aktie stand vor rund 10 Jahren bei gut 40 Euro, ist bis auf knapp 80 Euro gestiegen, dann auf weniger als 20 Euro gefallen und hat sich unter hohen Schwankungen auf aktuell rund 60 Euro entwickelt. Ähnlich sieht auch der Kursverlauf von BMW und Continental aus, auch wenn die Schwankungen hier nicht ganz so stark sind. Die Aufzählungen ließen sich nahezu beliebig fortführen.

Und geht es einem Unternehmen mal nicht so gut, wie z. B. aktuell VW, werden die anderen Firmen fast immer in "Sippenhaft" genommen, weil Anleger – zu Recht oder Unrecht – meist davon ausgehen, dass es in allen Unternehmen ähnliche Probleme gibt.

Hinzu kommen unsichere Zukunftsaussichten: Viele vor allem junge Menschen wollen kein eigenes Auto mehr haben, Carsharing boomt nicht (mehr) nur in Großstädten, Branchenfremde versuchen, mit innovativen Ansätzen, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Stichwort: E-Mobilität oder autonomes Fahren. Hier dringen u. a. Tesla und Google in die Märkte der Autobauer vor. Wie das Rennen ausgeht, ist noch völlig offen. Was nicht bedeutet, dass die Aktien von Autobauern keine Chancen bieten, wie z. B. die aktuell guten Zahlen zeigen.

Da die Kurse aber stark schwanken, eignen sich Autoaktien weniger dazu, sie kaufen und liegen zu lassen, was man mit einigen Aktien anderer Branchen durchaus machen kann, da hier die Geschäftsentwicklung deutlich stabiler verläuft. Man muss also auch mal bereit sein, die Aktien bei hohen Kursen zu verkaufen und versuchen, bei niedrigen Kursen wieder einzusteigen, was in der Praxis aber häufig zu Problemen führt, da man die besten Zeitpunkte hierfür kaum abschätzen kann.

Anleger, die sich für den Kauf von Autoaktien interessieren, sollten diese vor allem als Beimischung und Abrundung des Portfolios ansehen und die Positionen nicht zu groß werden lassen, um evtl. Verluste zu begrenzen. Dann kann auch der Besitz von Aktien einer deutschen Vorzeigebranche Spaß machen. Wichtig: die Nennung von Unternehmen stellt ausdrücklich keine Kaufempfehlungen dar, sondern dient dazu, die Ausführungen zu verdeutlichen.

Veröffentlicht am 17. August 2016
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