Geldanlage

Mit Aktien spekulieren oder mit Strategie anlegen?

An der Börse lässt sich mit Aktien viel Geld verdienen – und noch mehr verlieren. Umso wichtiger ist es, sich Klarheit darüber zu verschaffen, wie man mit Aktien Geld verdienen möchte. Grundsätzlich gibt es zwei Wege: Mit Aktien spekulieren mit tendenziell hohem Risiko oder langfristig investieren mit tendenziell geringerem Risiko. Mehr Spaß macht häufig das Spekulieren. Doch welcher Weg ist der bessere?

Mit Aktien spekulieren
bedeutet, sein Geld zu großen Teilen immer wieder auf "aussichtsreiche" Titel zu setzen, in der Hoffnung, dass man mit einer Aktie den großen Gewinn machen wird, sprich in sehr kurzer Zeit hundert oder gar mehrere hundert Prozent Zuwachs erreichen wird. Dabei suchen Anleger auf verschiedensten Wegen nach Möglichkeiten, einen Volltreffer zu erzielen.

Beispielsweise wird nach Papieren Ausschau gehalten, die bereits überproportional gefallen sind, oft aber ohne nach den Hintergründen für den Kursrutsch zu fragen. Denn Unternehmen, deren Aktienkurse überproportional stark gefallen sind, sind oft auch besonders schlecht oder werden vom Management schlecht geführt.

Eine andere Möglichkeit mit Aktien zu spekulieren, ist die gezielte Suche nach kleinen Firmen, die ein hohes Zukunftspotenzial besitzen und von der Masse der Anleger noch nicht entdeckt worden sind, z. B. Firmen mit neuen Technologien im Energiesektor oder im Bereich Biotech. Da diese Unternehmen oft wenig Geld besitzen, haben sie häufig nicht den langen Atem, um erfolgreich zu sein, selbst wenn die Produkte viel versprechend sind. Vielfach fehlt das Kapital, um ein Produkt zur Serienreife zu bringen.  

Wird das bekannt, brechen die Kurse oft über Nacht ein. Und stürzen sich (zu) viele Anleger auf solch "aussichtsreiche" Firmen, die Kurse steigen deutlich an und es entsteht häufig eine Spekulationsblase, weil der Wert eines Unternehmens und die Entwicklung des Aktienkurses in keinem gesunden Verhältnis mehr stehen. Schon ein oder zwei negative Nachrichten genügen unter Umständen, um den Aktienkurs drastisch zum Absturz zu bringen.

Die Internetblase um die Jahrtausendwende hat überdeutlich gezeigt, wohin ein Zuviel an Spekulieren führen kann. Und nur die wenigsten Anleger schaffen es, sich noch in Zeiten steigender Kurse von den Papieren zu trennen, weil sie davon ausgehen, dass die Kurse – und damit die Gewinnchancen – immer weiter steigen werden.

Mit Strategie investieren anstatt mit Aktien zu spekulieren

Investieren mit Strategie – vom Autor stets empfohlen – bedeutet, sich Aktien gezielt auszuwählen, sie einer kritischen Prüfung für eine Langfristanlage von 10 und mehr Jahren zu unterziehen und sein Geld nicht nur auf eine Karte, sprich eine Aktie, zu setzen, sondern sein Kapital auf mehrere Unternehmen und Branchen zu verteilen.

Qualitätsaktien zeichnen sich u. a. durch langfristig steigende Kurse und Gewinne, günstige Bewertungskennzahlen (KGV, KBV u. ä.), ein verständliches und zukunftssicheres Geschäftsmodell sowie die Zugehörigkeit zu großen Indizes wie DAX oder DOW-JONES aus.

Wer ehrlich mit sich selbst ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen, dass er mit Aktien spekulieren oder zocken auf lange Sicht eher Geld verliert statt gewinnt. Zwar ist es immer möglich, einen Zufallstreffer zu landen. Aber einem Kauf mit höheren Gewinnen stehen oft mehrere Käufe mit Verlusten gegenüber. Und wenn man Gewinne und Verluste saldiert, übersteigen die Verluste den Gewinn fast immer.

Besser ist es, in der Regel, wenn man mit klarer Strategie und kühlem Kopf langfristig in Qualitätsaktien investiert. Zwar sind die jährlichen Zuwachsraten bei Einzelaktien meist nicht so hoch, dafür ist das Wachstum häufig konstant und Dividenden gibt es obendrein.

Fazit: Wer für sein Geld Aktien kauft, geht immer Risiken ein. Auch Qualitätspapiere können vorübergehend oder dauerhaft an Wert verlieren. Das Risiko ist hier aber deutlich geringer. Wer Kapital langfristig vermehren möchte, sollte daher investieren, wer lieber spielen möchte, sollte spekulieren. Er muss aber damit rechnen, dass er im schlimmsten Fall den gesamten Einsatz verliert.

Wer partout nicht auf den Nervenkitzel des Spekulierens verzichten möchte, kann einen Kompromiss eingehen: Er sollte den Großteil seines Geldes investieren und mit etwas Geld einmal pro Quartal spekulieren. Allerdings sollte er sowohl den Einsatz (z. B. max. 2.000 oder 3.000 Euro) als auch die Höhe des maximalen Verlustes limitieren (z. B. maximal 10-15%), etwa durch eine Stopp-Loss-Order.

Dann sind die Aussichten gut, langfristig sowohl das Geld zu vermehren als auch etwas Nervenkitzel genießen zu können.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

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Jörgen Erichsen