Kapitalanlage: Die norwegische Krone als riskante Investition

Währungen sind eine äußerst spekulative Kapitalanlage

Auf Währungen zu spekulieren ist ein riskantes Unterfangen, da Entwicklungen teilweise nur schwer vorausgesagt werden können. Zwar halten viele die norwegische Krone für ein sicheres Investment – da aber immer ein Währungsrisiko besteht, sollte diese Form der Kapitalanlage überdacht werden. Lesen Sie mehr dazu in diesem Artikel!

Als eines der reichsten Länder der Welt bietet Norwegen Staatsanleihen an, die als Kapitalanlage erworben und gehalten werden können. Auch einen Investition in die norwegische Krone ist möglich. So erhalten Anleger auf deutsche Staatsanleihen gerade rund 0,1 % Rendite, für das gleiche Investment in norwegischen Kronen gibt es dafür zumindest auf den ersten Blick mehr als 2 % Rendite.

Norwegen gilt grundsätzlich als reiches und stabiles Land

Gründe für höhere, mögliche Renditen sind unter anderem die deutlich stärkere Konjunktur in Norwegen. Dank hoher Öl- und Gasvorkommen ist die Staatskasse stets gut gefüllt (dem staatlich dominierten Energiekonzern Statoil sei Dank) und neue Ölfunde in der Nord- und Barentssee sichern das Land auch für die Zukunft ab.

Zusätzlich ist die Staatsverschuldung des Landes deutlich geringer als die Deutschlands, das rund drei Viertel mehr Schulden hat. Um die norwegische Krone ist es daher grundsätzlich gut bestellt und norwegische Staatsanleihen gelten als sehr sicher.

Eine Kapitalanlage in die norwegische Krone ist ein Risikogeschäft

Rechnet man die Rendite norwegischer Staatsanleihen allerdings auf das Jahr hoch, liegen die Werte kaum über der Rendite von deutschen Staatsanleihen. Zusätzlich birgt eine Investition in eine Fremdwährung immer ein Währungsrisiko, das Sie als Anleger unbedingt beachten müssen.

2008 hatten Anleger zuletzt rund 25 % ihrer Kapitalanlagen in kurzer Zeit verloren, als die norwegische Krone im Zuge der Finanzkrise mit schwankte und im Vergleich zum Euro verlor. Ein ausgeglichener Haushalt, eine niedrige Staatsverschuldung und große Ölvorkommen sichern Norwegen nicht vor den Schwankungen des Euros ab, denen Anleger unterliegen, die ihr Euro-Geld in Kronen investieren.

Investition in Fremdwährungen sind Kurs-Spekulationen

Investieren Sie Ihr Geld in Fremdwährungen, spekulieren Sie auf den Kurs und dass die norwegische Krone gegenüber dem Euro nicht gewinnt. Sie kaufen bei einem schwachen Euro die norwegische Krone nämlich teuer ein und verlieren Geld, wenn der Euro wieder stärker wird. Ihre Zinsen, die Sie also aus einer Kapitalanlage dieser Art ziehen, sind reine Währungsspekulation.

Gerade in Anbetracht der schwierigen Euro-Situation mit Griechenland und der immer wieder aufbrandenden Diskussion, den Euro wieder abzuschaffen, ist eine Investition in eine Fremdwährung, deren Rendite aus dem Verhältnis zum Euro gewonnen wird, schwierig.

Das Timing entscheidet

Ob es sich lohnt auf Währungskurse zu setzen, hängt vom Zeitpunkt an. Ist der Euro im Verhältnis zu einer Fremdwährung gerade besonders stark – kann diese also besonders günstig gekauft werden -, dann kann sich eine Investition lohnen. Schließlich profitieren Sie dann davon, wenn der Kurs wieder fällt und die von Ihnen gekaufte ausländische Währung dadurch wertvoller wird.

Langfristig betrachtet können bei Währungen keine klaren Trends beobachtet werden, weshalb es umso schwieriger ist, auf Währungen zu spekulieren. In die norwegische Krone sollten Sie daher nur dann investieren, wenn der Euro besonders gut steht.

Lesen Sie mehr zum Thema Kapitalanlage in diesem Artikel!

Veröffentlicht am 30. Januar 2015