Geldanlage

Hilft ein Rating bei der Aktienauswahl?

Die meisten großen börsennotierten Unternehmen werden von sogenannten Ratingagenturen auf ihre Bonität, also ihre Zahlungs- und Kreditwürdigkeit, hin untersucht. Je besser das Rating, desto besser ist ein Unternehmen also wirtschaftlich aufgestellt. Doch können Aktienanleger einen Nutzen aus den Ratings ziehen?

Ratingagenturen sind private und auf Gewinnerzielung bedachte Unternehmen, die in regelmäßigen Abständen prüfen, ob und wie kreditwürdig andere Unternehmen, große Kapitalmarktanleihen oder sogar Staaten sind. Besondere Bedeutung haben die drei Unternehmen "Standard & Poors", "Moodys" und "Fitch". Für das Rating vergeben die Agenturen Noten, die aber in Buchstabenform bzw. als Kombination von Buchstaben, Zeichen und Zahlen ausgedrückt werden. Die Noten reichen dabei von AAA oder Aaa (höchste Bonität) bis D (zahlungsunfähig, Ramschniveau).

Was bedeuten die verschiedenen Ratings?

Je mehr "A" also bei einer Note auftauchen, desto besser die Ratingnote und in der Folge kann man daraus schließen, dass das Unternehmen insgesamt gut und erfolgreich wirtschaftet. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Top-Bewertungen aber drastisch zurückgegangen. Gab es in den 1980er Jahren noch etwa 60 Unternehmen mit AAA, so sind es heute lediglich noch zwei Firmen, nämlich Johnson & Johnson und Microsoft. Allerdings gibt es immer noch zahlreiche Firmen, die mit den zweitbesten Noten, z. B: AA+, AA oder AA- eingestuft sind. Unternehmen, die Bewertungen erhalten, in denen zwei "A" enthalten sind, verfügen immer noch über eine ausgezeichnete Note und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Ausfällen kommt, ist gering.

Unternehmen, die mit den Noten BBB+, Baa1 oder schlechter bewertet werden, werden aus Sicht der Agenturen als weniger solvent eingestuft. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Problemen bei der Rückzahlung von Krediten kommt, schon relativ hoch.

Was bedeuten die Ratings für die Aktien der Unternehmen?

Können Anleger also unbesehen Aktien von Unternehmen auswählen, die über ein gutes Rating verfügen? Zunächst einmal muss gesagt werden, dass sich die Bonitätsnoten auf die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens beziehen; es wird also die Wahrscheinlichkeit bewertet, dass der Betrieb in der Lage ist, Kredite zurückzuzahlen. Eine allgemeine Einschätzung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ist ein Rating nicht, auch wenn ein gutes Rating natürlich nur zustande kommt, wenn ein Unternehmen insgesamt erfolgreich am Markt agiert.

Zum anderen ist anzuführen, dass es auch extrem erfolgreiche börsennotierte Unternehmen gibt, die überhaupt kein Rating haben. Und ein Rating alleine sollte nie die Basis für oder gegen ein Aktieninvestment sein. Anleger, die Aktien eines Unternehmens kaufen möchten, sollten immer die schon mehrfach genannten Auswahlkriterien anlegen und ihre Wahl danach treffen. Die Bonitätseinschätzung der Agenturen kann dann noch die Entscheidung abrunden. Allerdings ist Vorsicht geboten, wenn Unternehmen Noten bekommen, die nur noch eine Einstufung mit zwei "BB" erhalten. Von Unternehmen und auch Anleihen mit einer Bewertung von C und D sollte immer Abstand genommen werden.

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Jörgen Erichsen

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