Silbermünzen sind als Kapitalanlage ungeeignet

Ein großes Edelmetallhaus in Deutschland versucht mit einem Silbermünzen-Sparplan Anlegern den Mund wässrig gemacht. Doch was ist dran an solchen Sparplänen? Kann man mit Silbermünzen wirklich sicher sein Geld anlegen? Das Anlageziel sieht vor, jeden Monat in ein bis zwei Silbermünzen des Bundes zum „Vorzugspreis“ von 12,95 € als Silberanlage (plus Portogebühren von 3,50 €) zu investieren. Eine Münze kostet Sie somit 16,45 €. Dieser Preis ist überzogen! Vor solchen Taschenspielertricks kann nur ausdrücklich gewarnt werden!

Sparen Sie nicht mir Silbermünzen
Auf den ersten Blick scheinen Idee und Angebot verlockend: Es wird immer weniger Silber gefördert, während die Förderkosten und die Nachfrage steigen. Zudem ist Silber, im Gegensatz zu Gold, ein Verbrauchsmetall und hat seine Bedeutung als Wertaufbewahrungsmittel verloren. Seit 1992 prägt der Bund fünf verschiedene Sondermünzen pro Jahr. Zur Prägung wird Sterlingsilber (92,5% Silber und 7,5% Kupfer) verwendet.

Anfänglich wurden insgesamt 2,4 Mio. Münzen (2 Mio. Umlauf- und 400.000 Sammlermünzen) geprägt. Mangels Nachfrage sind es mittlerweile nur noch 1,76 Mio. (1,5 Mio. und 260.000). Der Bund wirbt damit, dass 10 € Hart- oder Papiergeld in eine 10 €-Silbermünze getauscht werden können. Ein gutes Geschäft, denn deutsche 10 Euro Sonder-Silbermünzen enthalten nur 16,65 Gramm Silber, Sie bezahlen jedoch für 39,5 Gramm. Ausgehend von einem Kilopreis des Silbers von 253 €, verkörpern diese Münzen nur einen Metallwert von 4,21 €. Doch die Regierung suggeriert Ihnen, dass die Münzen „Exklusivität" garantieren. Bei 1,76 Mio. Prägungen pro Sujet verkommen die Silbermünzen jedoch zur Massenware ohne Sammlerwert.

Auch unter Berücksichtigung der Prägekosten, hat der Bund an den fünf Sondermünzen allein in 2008 mindestens 51 Mio. € verdient, da er die 260.000 Sondermünzen gar zu 15 € anbietet. Seit 1992 hat er mit Silbermünzen locker 1 Mrd. € an Netto-Gewinnen abgeschöpft. Da lacht der Finanzminister.

In den USA – vor allem durch Pensionskassen – wächst die Nachfrage nach Edelmetallen als Schutz gegen Inflation. So ist der Bedarf an Silver Eagles in 2007 um +700% angestiegen und in 2008 dürften es nochmals rund +500% sein. Deutsche Münzhändler haben Lieferengpässe – oder horten sie das „Gold des armen Mannes"?

Konzentrieren Sie sich bei Silbermünzen auf Münzen mit kleinerem Aufgeld wie etwa den kanadischen Maple Leaf, den südafrikanischen Krügerrand, den österreichischen Philharmoniker. Alle vier verkörpern einen Silberfeingehalt von 999,9 oder 31,104 Gramm reinem Silber und der amerikanische Silver Eagle einen von 999,3. Oder erwerben Sie Barrensilber. Kaufen Sie kein„Papier"-Silber, denn schon jetzt herrscht Mangel an physischem Silber. Papier-Silber ist leicht zu drucken!

In der Not ist es schwierig an die Deckung heranzukommen. Beim Kauf von physischem Silber fallen bei Münzen 7% und bei Barrensilber 19% Mehrwertsteuer an. In der Schweiz gilt für beide Investitionen eine Mehrwertsteuer von 7,6%.

Praxis-Tipp
Verkaufen Sie Ihr Silber nicht an Ihre Bank oder Ihren Händler! Müssen Sie Ihren „Silberschatz" doch zwischenzeitlich verkaufen, verscherbeln Sie ihn nicht. Denn der Berufshandel zahlt Ihnen nur den reinen Metallpreis oder zieht Ihnen gar die Schmelzkosten von 10% bis 20% des Metallwertes ab. Verkaufen Sie Ihr Silber lieber in einer Internetauktion wie eBay, Ricardo oder im bekannten Forum www.goldseiten.de. Denn hier stehen die Kaufinteressenten Schlange. Diese sind auch bereit, erheblich mehr als den Marktpreis zu bezahlen. Falls Sie Silbermünzen erwerben, lassen Sie sie immer in der Originalpackung (Rolle oder Gebinde), berühren Sie die Münzen nicht (Gefahr der Oxidation) und polieren (reinigen) Sie sie nie. Kratzer oder Polieren vermindern den Wert der Münzen.

Veröffentlicht am 18. Februar 2009