Palladium mit Potenzial für die Zukunft

Im Zuge steigender Platin- und Rhodiumpreise rückt die noch immer günstigere Alternative zum Einsatz in der Automobilindustrie, das Palladium, immer stärker in den Fokus von Industrie und Anlegern. Die russische Norilsk Nickel ist der weltweit größte Palladium- und Nickelproduzent. Der Konzern fördert neben Palladium auch noch Kupfer, Platin, Gold, Silber, Rhodium, Kobalt und Seltene Erden.

Norilsk Nickel setzt auf Palladium
Das Unternehmen betreibt einen der größten Erzköper der Welt im nördlichen Sibirien, was die Abbaukosten äußerst gering hält. Norilsk Nickel hält einen 54%-Anteil an Stillwater Mining und zu 100% die Minengesellschaften LionOre, Cawse und Harjavalta.

Palladium mit Potenzial für die Zukunft
Palladium ist ein Metall aus der Reihe der Platingruppe. Bereits vor der momentanen Rohstoffhausse verbuchten die Platingruppenmetalle starke Preisgewinne, denn der eigentlich fundamentale preistreibende Faktor hinter diesen Metallen ist das Thema Umweltschutz. Nicht erst seit Frau Merkel sich die Erderwärmung auf die Fahnen geschrieben hat, erhält das Thema wachsende Popularität.

Der internationale Druck auf alle Staaten steigt. Dies zeigt vor allem die steigende weltweite Nachfrage nach Automobil-Katalysatoren. Und für diese KATs nutzt man Platingruppenmetalle. Noch hat hier Platin die Nase vorn, doch Palladium ist ihm dicht auf den Fersen.

Palladium bietet noch massives Aufholpotenzial
Palladium hat gegenüber Platin einen großen Vorteil: Es ist wesentlich billiger. Seit Anfang letzten Jahres ist der Preis für Platin um sage und schreibe 83% auf über 2.200 US-Dollar pro Feinunze gestiegen. Der Preis für Palladium stieg im gleichen Zeitraum nur um 57% und notiert gegenwärtig bei 550 US-Dollar pro Feinunze. Doch ein weiterer Faktor führt gegenwärtig zu einer steigenden Verteuerung der Platinpreise. Sie haben sicher von den Stromausfällen in Südafrika gehört. Diese haben die dort ansässige Minenindustrie belastet und führen nun zu Produktionseinbußen, die vermutlich bis zum Ende des Jahres die Angebotslage beeinflussen werden.

Zumal Südafrika der weltweit größte Platinproduzent ist. Dies ist ein weiterer Indikator für langfristig hohe Platinpreise und damit auch ein bedeutsamer Faktor für die Palladiumpreisentwicklung. Denn bei derartig hohen Platinpreisen muss die Industrie auf die Alternative Palladium zurückgreifen. Das bedeutet eine erhöhte Nachfrage und damit steigende Palladiumpreise.

Norils Nickel: Beeindruckende Gewinnmarge von über 73% spricht für sich
Das Unternehmen ist mit einem globalen Anteil von 46,3% der größte Palladiumproduzent der Welt. Das verdankt Norilsk Nickel einem großen Erzkörper im nördlichen Sibirien, wo die Minengesellschaft ihre Projekte betreibt. Hier kann der russische Konzern zu bedeutend geringeren Kosten produzieren, da es sich erstens um ein einfacher abzubauendes Vorkommen handelt und zweitens geringere Lohn- und Betriebskosten entstehen. Gegenwärtig beeindruckt der Konzern mit einer exzellenten Gewinnmarge von über 73%.

Aufgrund dieser ausgezeichneten Ausgangslage ist Norilsk Nickel besser als jeder andere Konzern in der Lage, auf steigende Preise mit einer Produktionsausweitung zu reagieren. So gab der Konzern erst vor kurzem an, seine Produktion in diesem Jahr um fast 2% ausweiten zu wollen.

Marktkapitalisierung von 57 Milliarden US-Dollar
Zusammen mit seiner Tochtergesellschaft, der nordamerikanischen Stillwater Mining, gehört Norilsk Nickel zu den vier größten Platinproduzenten der Welt. Darüber hinaus fördert der Konzern als Nebenprodukt Gold, Silber, Rhodium und die Seltenen Erden. Das Unternehmen ist auch über Tochtergesellschaften weltweit vertreten und weist mit Erz-Gesamtreserven in Höhe von 465 Millionen Tonnen, unter der Kategorie „proven reserves", eines der größten Erzvorkommen der Welt auf. Die Kategorie „proven reserves" bedeutet, dass die vorhandenen Erzvorkommen unter den gegenwärtigen technischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten mit einer 90-prozentigen Chance abgebaut werden können.

Übernahmegerüchte treiben den Kurs an
Ende vergangenen Jahres verkündete RusAl, der größte Aluminiumkonzern der Welt, die Übernahme eines 25-prozentigen Anteils an Norilsk Nickel. Hintergrund der Übernahme ist die Trennung der beiden Großaktionäre an Norilsk, der Oligarchen Prochorow und Potanin. Nachdem Prochorow wegen eines Callgirl-Skandals festgenommen wurde, verkaufte er seinen Anteil an RusAl.

RusAl wiederum gehört mehrheitlich dem kremlnahen Oligarchen Deripaska. Nun ist die ganze Geschichte nicht nur der Beginn einer schönen Freundschaft zwischen Potanin und Deripaska, sondern auch der Beginn von heißen Gerüchten über eine mögliche Zusammenlegung der beiden Konzerne. Mit einer solchen würde einer der größten Minenkonzerne der Welt entstehen. Diese Übernahmefantasien beflügeln den Kurs der Norilsk-Aktie. Nach Bekanntgabe der 25-prozentigen Übernahme durch RusAl verbuchte die Norilsk-Aktie einen massiven Kurssprung von über 20%.

WKN: 676683
ISIN: US46626D1081
KGV08: 8,3
1. Kursziel: 33 EUR
Kurspotenzial: 65 %
Kauflimit: 20 EUR
Kurs aktuell (16.05.08, Frankfurt): 19,25 EUR
Risikoklasse: Konservativ
Anlagenklasse: Strategiedepot

Veröffentlicht am 12. Juli 2008