Geldanlage

Geldanlage: Aktien sind langfristig nicht zu schlagen

Geldanlage: Aktien sind langfristig nicht zu schlagen
geschrieben von Jörgen Erichsen

Immer wieder ist in den letzten Wochen und Monaten zu lesen, dass deutsche Sparer enteignet werden, weil ihre Geldanlage weniger Rendite abwirft als z.B. festverzinsliche Anlagen oder das Sparbuch. Doch welche Anlageform kommt in Frage und wirft über einen längeren Zeitraum welche Renditen ab?

Anleger, die ihr Geld ausschließlich oder überwiegend auf dem Sparbuch lassen oder es in Tagesgeld investieren, bekommen seit Jahren nur magere Zinsen; dass sich diese Situation schnell ändern wird, ist unwahrscheinlich. Derzeit liegen die Zinsen für Sparbuch und Co. meist deutlich unter 0,5-1%.Berücksichtigt man die Inflationsrate (Steuern bleiben außen vor), wird das Geld dieser Sparer im Laufe der Jahre wie behauptet wirklich weniger wert.

Um höhere Erträge zu erzielen, richtet sich der Fokus speziell deutscher Anleger – wenn überhaupt – schnell auf lang laufende (Bundes-)Anleihen, Immobilien oder Gold. Die Renditechancen von Aktien sehen wenige. Im Gegenteil: trotz der gerade in den letzten Jahren sehr guten Entwicklung wichtiger Aktienindizes kehren immer mehr Deutsche den Aktienmärkten den Rücken zu. Ein Fehler, wie ein Langfristvergleich zeigt: Bezogen auf einen Anlagezeitraum von 20 Jahren, hat Gold um gut 180% an Wert zugelegt.

Bei Immobilien waren es knapp 114%; bei Bundesanleihen betrug der Wertzuwachs immerhin nahezu 190%. Wer sein Geld in den DAX gesteckt hat, konnte sich über immerhin fast 360% Rendite freuen. Noch größer ist der Unterschied, wenn man einen Zeitraum von 30 Jahren betrachtet. Hier brachte eine Anlage seines Geldes in den DAX ein sehr stattliches Plus von fast 1.150%, Bundesanleihen brachten es auf knapp 540%.

Bei einer Anlage in Immobilien oder Gold ließen sich 325% bzw. 105% verdienen. Der DAX hat also pro Jahr bei einem Anlagehorizont von 30 Jahren fast 8,8% an Wert zugelegt. Bei Anleihen waren es immerhin noch 6,4%. Übrigens: Der DOW-Jones-Index hat in den letzten 30 Jahren noch mehr zugelegt als der DAX, nämlich rund 11,5% pro Jahr!

Natürlich handelt es sich bei allen Zahlen nur um Durchschnittswerte und je nachdem, in welche Immobilien man z.B. investiert hat, kann der Wertzuwachs höher oder niedriger liegen. Wer als Aktionär nicht auf einen Index setzt, sondern Einzelaktien gekauft hat, konnte noch höhere, aber auch niedrigere Zuwächse oder gar Verluste erzielen.

Der Vergleich zeigt allerdings, dass Aktien insgesamt langfristig trotz immer wieder auftretender Börsenturbulenzen die beste Möglichkeit darstellen, sein Geld zu vermehren. Vorausgesetzt, man investiert langfristig und kann evtl. Kurseinbrüche auch einmal aussetzen. Anleger, die sich nicht aktiv der Auswahl einzelner Aktien beschäftigen wollen oder die aktuell zu wenig Geld zur Verfügung haben, um mehrere Aktien zu kaufen, sollten sich Index-Zertifikate kaufen, die einen ganzen Index, etwa DAX oder DOW abbilden. So profitiert man langfristig vom jährlichen Wachstum.

Anleger, die sich die Auswahl von Qualitätstiteln selber zutrauen, und auch über ausreichend Kapital verfügen, sollten dagegen Einzelaktien – ausgewählt anhand der schon vorgestellten Kriterien – vorziehen. Dabei ist es wichtig, sich nicht nur auf eine Aktie bzw. Branche zu konzentrieren, sondern sich etwa 10 Aktien von gut geführten Unternehmen zuzulegen.

Evtl. Kursrückgänge können dann genutzt werden, um den Einstiegskurs zu verbilligen. Natürlich ist die Entwicklung der Vergangenheit keine Gewähr dafür, dass es künftig genauso gut läuft und auch negative Entwicklungen sind bei Einzelaktien jederzeit möglich; die Chancen dafür stehen aber gut, dass man der Anlageform Aktien langfristig mehr verdient als mit allen anderen Anlagealternativen.

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Jörgen Erichsen

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