Smart-Beta als neuer Trend bei Indexfonds

Seien Sie smart: Mit den neuen Smart-Beta-Fonds höhere Gewinne erzielen.

Seit einiger Zeit gibt es am ETF-Markt einen neuen Trend: Smart Beta. Die neuen ETFs treten mit dem Ziel an, besser als ihr jeweiliger Börsenindex abzuschneiden. Dazu gewichten sie die in ihnen enthaltenen Einzeltitel anders als nach der sonst üblichen Marktkapitalisierung. Doch was taugen diese neuen ETFs?

ETFs (Exchange Traded Funds) sind der moderne Anlagetrend. Fast 3.000 Milliarden Dollar haben Anleger weltweit mittlerweile in sie investiert. Keine andere Anlageart konnte zuletzt so stark zulegen.

Im vergangenen Jahr sind in ETFs europaweit deutlich mehr neue Mittel geflossen als in aktiv gemanagte Fonds, die einen Fondsmanager haben und deutlich mehr kosten, aber nicht unbedingt mehr bringen.

In den USA haben ETFs einen Anteil von 13 Prozent am gesamten Fondsvermögen, doch in Europa sind es gerade einmal 6 Prozent. Daran kann man sehen, welches Potenzial noch im europäischen Markt steckt.

Ein normaler Indexfonds (ETF) bildet seinen Referenzindex 1:1 nach. Dabei werden die einzelnen Aktien mit der Marktkapitalisierung gewichtet. Im Ergebnis erhalten die Inhaber solcher ETFs die Marktrendite abzüglich des Tracking Errors. Dieser umfasst u. a. die jährlichen Verwaltungsgebühren sowie die Zusatzerträge, die ETFs dadurch erzielen, dass sie ihre Wertpapiere u. a. an Banken zum Zwecke der Spekulation verleihen.

Mit einem Investment in Indexfonds kann jeder Anleger einen wichtigen Gedanken des Ökonomie-Nobelpreisträgers Eugene Fama in die Praxis umsetzen: "Niemand, auch nicht der beste Fondsmanager der Welt, kann auf Dauer mit seinen Aktien eine bessere Wertentwicklung erzielen als der Aktienmarkt als Ganzes."

Smart-Beta-Fonds

Doch weil die neuen ETFs smart, das heißt schlau, sind, wollen sie besser als ihr jeweiliger Börsenindex abschneiden. Das soll folgendermaßen funktionieren: Ausgangspunkt ist die Kritik an der Marktkapitalisierung als Gewichtungskriterium der Aktien im Index: Große Unternehmen erhalten so ein hohes Gewicht und kleinere Unternehmen nur ein geringes.

Doch kleinere Unternehmen haben oft mehr Wachstumspotenziale als größere Firmen.

Smart Beta-Konzepte wollen nun die Schwächen der herkömmlichen Börsenbarometer korrigieren, indem sie die in ihnen enthaltenen Aktien anders gewichten. Und zwar nach anderen Kriterien als der Marktkapitalisierung. Sie gewichten die im Index enthaltenen Aktien entweder alle gleich, nach der Dividendenrendite oder nach niedriger Volatilität (Schwankungsbreite).

Ihr Ziel ist: Nicht nur die Marktrendite zu erreichen, sondern ihren Index sogar zu schlagen.

Mittlerweile gibt es weltweit rund 6.000 verschiedene ETFs und etwa 700 von ihnen gehören zur Kategorie Smart-Beta. Für die Anbieter solch smarter Indexfonds ist das ein gutes Geschäft, denn sie verdienen an den neuen Fonds etwa zwei- bis viermal so viel wie an konventionellen ETFs.

Übrigens ist das Beta in der Investmentsprache die durchschnittliche Marktrendite und Smart Beta-ETFs wollen erklärtermaßen mehr als diese erreichen. Ein gemeinsames Merkmal aller Smart-Beta-Strategien ist, dass sie transparent, kontinuierlich und auf Regeln basierend angewendet werden.

Doch was bringen die neuen Fonds wirklich?

Noch ist es zu früh, um sagen zu können, ob die Smart-Beta-Strategien aufgehen. Experten empfehlen Anlegern jedoch, die die Indexkonstruktion und die Kosten beachten, ihr Portfolio mit Smart-Beta-Strategien zu ergänzen.

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist, dass die den jeweiligen Fonds zugrundeliegenden Konzepte nicht immer transparent, ja oft geradezu schwierig zu verstehen sind.

So gibt es Experten, die von den neuen Fonds eher abraten und andere, die in ihnen die Zukunft der Geldanlage sehen.

Veröffentlicht am 12. Februar 2016
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