Rabatte und Rückvergütungen – böse Fallen für Sie als Anleger

Die meisten Fondsgesellschaften kassieren von ihren Kunden einen so genannten Ausgabeaufschlag, zwischen 2,5 und 10 Prozent des Verkaufspreises. Viele unabhängige Fondsverkäufer kurbeln ihre Verkäufe durch Rabatte und Rückvergütungen auf diese Ausgabeaufschläge an. Doch sie tun ihren Kunden damit keinen Gefallen, denn im schlimmsten Fall liefern sie sie dem Fiskus ans Messer, wenn sie Rückvergütungen anbieten.

Fonds werden immer beliebter
Fonds stehen bei Kapitalanlegern hoch im Kurs. Dabei ist ein Trend zu beobachten: Viele Anleger kaufen Fondsanteile nicht direkt bei den Fondsgesellschaften, sondern bei unabhängigen Fondsverkäufern. Die Gründe: das größere Angebot, die Beratung und die dort gewährten Rabatte.

Doch Vorsicht! Genau hier lauert eine fiese Steuerfalle. Gründe hierfür sind die bei vielen Vermittlern üblichen Rückvergütungen der Ausgabeaufschläge der Fondsgesellschaften. Das Prozedere, über das man nur hinter vorgehaltener Hand spricht: Statt eines Rabatts beim Kauf überweisen die Makler ihren Kunden meist am Jahresende den Nachlass in einer Summe auf ihr Konto.
Der Kunde freut sich, steht er doch genauso da wie der Fondskäufer, der schon beim Kauf einen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag erhalten hat.
Rückvergütungen müssen Sie versteuern
Nicht ganz: Die Rückvergütung gilt als Einnahme, die der Anleger in seiner Steuererklärung angeben und versteuern muss. Doch dies tut niemand, da die Betroffenen davon ausgehen, es handle sich schlichtweg um einen Rabatt.
Ein Rabatt auf einen Ausgabeaufschlag beim Kauf von Fondsanteilen bereitet allen Beteiligten in der Tat die wenigsten Steuerprobleme. Dieser Discount ist für den Käufer stets steuerfrei. Ob dieser nun ein neues Auto, ein Haus oder eben Fondsanteile erwirbt.
Probleme mit dem Fiskus sind in diesem Fall nicht zu erwarten, ob der Kunde sich nun für einen Fondssparplan von 50 € monatlich oder eine Einmalanlage in Höhe von 500.000 € entscheidet. Bei einer Rückvergütung sieht die Sache aber ganz anders aus.
Fazit "Rückvergütungen"
Der erstattete Ausgabeaufschlag muss versteuert werden, weil dieser den Kaufpreis der Fondsanteile nachträglich senkt, den Spekulationsgewinn somit erhöht. Innerhalb der 12-monatigen Spekulationsfrist sind Rückvergütungen somit stets steuerpflichtig.
Veröffentlicht am 13. Juli 2008
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