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Nachhaltigkeitsfonds: So erkennen Sie Etikettenschwindel

Nachhaltigkeitsfonds: So erkennen Sie Etikettenschwindel
geschrieben von Frank Frommholz

Anleger, die ihr Geld in nachhaltige Fonds investieren, erwarten in der Regel eine Investition in umweltfreundliche und sozial engagierte Werte. Neue Untersuchungen zeigen jetzt, dass nahezu jeder nachhaltige Fonds Geld der Anleger auch in Rüstungsfirmen oder Atomstromproduzenten steckt.

Für Anleger gibt es keine Garantien, dass ihr Geld wirklich ausschließlich in Einzelwerte investiert wird, die ihrem Verständnis von Nachhaltigkeit entsprechen. Schuld daran ist das Fehlen gesetzlicher Mindeststandards für nachhaltige Fonds. Dass der Begriff Nachhaltigkeit nicht geschützt ist, stellt ein weiteres Problem dar.

Was können Anleger tun?

Die einzig wirksame Methode ist die Überprüfung jedes einzelnen Fonds vor der Investition durch den Anleger selbst. Diese sehr zeitintensive Prüfung ist häufig gar nicht durchführbar. Oft fehlen auch die Fachkenntnisse zur objektiven Beurteilung, da es durchaus Fonds gibt, die damit werben, auf Investitionen in Kernkraft zu verzichten, das Geld der Anleger aber trotzdem in Konzerne investieren, die an Atomstromproduzenten beteiligt sind. Ob direkt oder indirekt – das Ergebnis bleibt gleich.

Besonders alarmierend: Von den zehn untersuchten Fonds haben alle ohne Ausnahme in die Bereiche Gas und Öl investiert. Die Studie wurde im Auftrag der Grünen von Wirtschafts- und Finanzjournalisten Jochen Bettzieche durchgeführt. Die Ergebnisse waren allerdings für Kenner vorhersehbar.

Honorarberater kennen das Problem mit nachhaltigen Fonds

In der Beraterpraxis werden unabhängige Honorarberater oft mit diesem Problem konfrontiert. Ihr fundiertes Fachwissen und die konsequente Beobachtung und Analyse der einzelnen Fondsangebote versetzen sie jedoch in die Lage, ihren Kunden nachhaltige Fonds zu empfehlen, die diesen Titel am ehesten verdienen. Allerdings: Vollständige Transparenz gibt es nicht!

Der Vorteil für den Kunden: Er spart Zeit und Geld und hat die aktuell höchstmögliche Gewissheit, Investitionen in umweltfreundliche und sozial engagierte Branchen zu tätigen. Bis es in diesem Bereich gesetzlich geregelte Mindestanforderungen für nachhaltige Fonds gibt, bleiben unabhängige Berater, bevorzugt Honorarberater, die beste Alternative zur intensiven Eigenprüfung. Weitere Vorteile der Honorarberatung sind in einem anderen Artikel bereits ausführlich beschrieben worden.

Fazit

Nachhaltige Fonds stellen nicht ausschließlich eine Investition in ökologisch, ethisch und sozial agierende Branchen dar. Viel zu häufig erfolgt ein Teil der Geldanlage in die Atomkraft, Rüstungsindustrie oder in die Öl- und Gasbranche. 

Das Denken und Handeln in nachhaltigen Mustern ist erfreulicherweise in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das führt aber auch dazu, dass die Finanzprodukte-Verpackungsindustrie dies weidlich ausnutzt. Daher sind die als nachhaltig beworbenen Fonds mittlerweile mit einem derart großen Angebot verfügbar, dass Anleger an der Unübersichtlichkeit zu scheitern drohen. Das Fehlen gesetzlicher Mindeststandards macht das aufwendige Prüfen jedes einzelnen Fonds nötig.

Fonds dürfen keinesfalls nur nach Vergangenheitsrenditen oder Etiketten (ob nun Nachhaltig- oder Dividendenfonds) erworben werden, vielmehr sollte jeder Interessierte unabhängigen Rat einholen. Dies betrifft nicht nur Einzelfonds, sondern es gilt vor allem, eine ausgewogene und passende Gesamtstruktur zu finden. Dieser Aufgabe sind erfahrene Honorarberater bestens gewachsen und schützen Anleger auf diese Weise nicht nur vor einem großen Zeitverlust.

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Frank Frommholz

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