Inflationsschutz: Immobilienfonds in Verruf geraten

Als Inflationsschutz waren Immobilienfonds bei Anlegern beliebt: Immerhin handelte es sich um Immobilien – und die gelten als sichere Anlage. Inzwischen sind die über lange Jahre zuverlässigen offenen Immobilienfonds jedoch in Verruf geraten.

Inflationsschutz: Immobilienfonds – lange Zeit bewährt
Kriselt es bei den Aktien, investieren viele Anleger in Immobilien. Davon erwarten sie nicht nur weniger Risiko und eine Geldanlage ohne große Wertschwankungen, sondern auch einen Inflationsschutz, da sie in Sachwerte investieren. Lange Zeit bekamen die Anleger diese Dinge auch. Mittlerweile hat sich jedoch gezeigt, dass offene Immobilienfonds ihre eigenen Tücken haben.

Inflationsschutz: Immobilienfonds sind in Verruf geraten
Im Zuge der Hypotheken- und Bankenkrise litten auch die offenen Immobilienfonds. Ertragreich sind diese Fonds nur, wenn für die Immobilien langfristige Mietverträge bestehen. Leerstände oder Insolvenz bei den Mietern machen sich, wenn sie ein gewisses Volumen erreicht haben, äußerst schmerzhaft bemerkbar. Die Auswirkungen der Krise waren besonders bei Bürogebäuden zu spüren. In Deutschland schwankten die Mieten nicht so stark wie im Ausland – aber offene Immobilienfonds sind längst international aktiv.

Ein besonderes Problem ergab sich in den Jahren 2008 und 2009: Offene Immobilienfonds wurden eingefroren: Liquiditätsprobleme. Der Effekt: Massenhaft Anleger konnten nicht auf ihr Geld zugreifen, eine Rückgabe der Anteile war nicht möglich. Wer seine Anteile an einem offenen Immobilienfonds loswerden wollte, musste an der Börse verkaufen und die Verluste durch die gefallenen Fondsbewertungen in Kauf nehmen.

Ansonsten blieb nur: Abwarten und auf Erholung hoffen. Das ist teilweise eingetreten, und die eingefrorenen Fonds wurden, nachdem ausreichend Geldmittel vorhanden waren, wieder geöffnet. Immobilienfonds sind teilweise auf dem Weg der Genesung, teilweise aber auch noch mitten in der Krise. Das hängt vor allem damit zusammen, wo sich die Immobilien befinden, die, damit wieder Geld in die Kasse kommt, vermietet, verkauft, notverkauft oder beliehen werden müssen.

Offene Immobilienfonds als Inflationsschutz?
Immobilienfonds sind als Inflationsschutz derzeit nur bedingt zu empfehlen, da sich noch nicht von allgemein wiederhergestellter Stabilität sprechen lässt. Wer als Inflationsschutz in offene Immobilienfonds investieren möchte, sollte sich nicht nur genau anschauen, wo sich die Objekte befinden, sondern auch, wie die Situation bei den Mietverträgen aussieht (Laufzeiten etc.).

Weiterhin ist es wichtig, im Hinterhopf zu behalten, dass offene Immobilienfonds zwar mit Flexibilität werben, aber eigentlich zu den langfristigen Anlageformen zählen.

Veröffentlicht am 1. Februar 2010
Diesen Artikel teilen
Autor
experto.de