Erhard Liemen: Hedge-Fonds können Sie sogar richtig Geld kosten

In Print-Medien und TV-Sendern werben derzeit einige Hedge-Fonds mit verführerischen Wertzuwächsen. In der Tat hat sich in den letzten Monaten durch Leerverkäufe von Aktien viel Geld verdienen lassen. Damit ist aber Schluss, wenn nach der Abwärts-Schussfahrt zunächst eine Achterbahn einsetzen sollte.

Jeder Kursanstieg kann dazu führen, dass die Fonds sich plötzlich mit teuren Aktien eindecken müssen. Haben Sie zuvor aber auf fallende Kurse spekuliert, muss das zu hohen Vermögensverlusten führen.

Für Hedge-Fonds, die ausschließlich auf weiter fallende Kurse setzen, wachsen damit die Risiken. Wie ich höre, ist es schon zu Problemen gekommen, überhaupt noch angemessen in Aktien zu investieren. Erste Hedge-Fonds sollen deshalb bereits ausgewichen sein, um jetzt auf Warenmärkten zu spekulieren. Also in Schweinebäuchen, Metallen, Rohkaffee und anderen am Terminmarkt gehandelten Waren. Deshalb:

Wer sich spekulativ an Hedge-Fonds beteiligen will, sollte Prospekte und Bedingungen genau prüfen. Sicherheitshalber sollte bei der Bank rückgefragt werden, auf welcher Basis ein Fonds am Markt agiert. Alle Options- und Termingeschäfte am Warenterminmarkt haben mit den Aktienbörsen nichts zu tun. Statt der Absicherung von Aktienbeständen geht es hier um Spiele auf einem ganz anderen Markt.

Wenn ein Fonds mit Erfolgen der Vergangenheit wirbt, sagt das für sich nichts zu künftigen Risiken. Wichtiger ist, wie lange ein Fonds bereits auf einem Spezialgebiet tätig ist, und wer hinter ihm steht. Investieren Sie nur, wenn Sie von Kompetenz, Seriosität und Professionalität eines Fonds überzeugt sind. Ist ein Fonds in Deutschland nicht zum Vertrieb zugelassen, drohen Ihnen zudem steuerliche Nachteile.

Veröffentlicht am 11. Juli 2008
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