Fondsanlage: Können Sie bei Haustürgeschäften widerrufen?

Unterzeichnen Sie bei einem Anlageberater einen Vertrag für eine Fondsanlage und lassen sich ein paar Tage später den dazugehörigen Kreditvertrag zum Unterschreiben nach Hause vorbeibringen, ist dieses nach dem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt (AZ: 9 U 29/07) kein Haustürgeschäft.

Eine Überrumpelung lag nicht vor
Die Vorinstanz hatte dem Kläger noch Recht gegeben. Die Richter in Frankfurt sahen den Fall aber anders: Sinn und Zweck des Widerrufsrechts bei Haustürgeschäften sei es nämlich, den Verbraucher vor Überrumpelung zu schützen. Im entschiedenen Fall hatte sich der Mann jedoch schon bereits einen Monat vor Unterzeichnung des Kreditvertrags zum Abschluss der Beteiligung entschlossen.
Zudem hatte der Mann sich überhaupt nicht wie ein überrumpelter Verbraucher verhalten, er hatte zunächst von dem ihm eingeräumten Widerrufsrecht gar keinen Gebrauch gemacht. Deshalb, so die Richter, kann das Haustürwiderrufsgesetz bei dem Mann nicht gelten.
Tipp: Sie gehen auf Nummer sicher, wenn Sie Verträge erst nach reiflicher Entscheidung unterschreiben. Besonders bei Geldanlagen, aber auch bei Versicherungen und anderen weit reichenden Finanzentscheidungen, sollten Sie sich immer eine 2. Meinung einholen, bevor Sie unterschreiben.

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Veröffentlicht am 4. April 2008
Autor
experto.de