Höhere Transparenz bei den Fonds-Kosten

Bereits seit dem 1. Januar 2003 sind neue Regeln für die Fondsbranche in Kraft. Die vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) aufgesetzten 50 "Wohlfahrtsregeln" sollen Ihnen durch mehr Transparenz mehr Kontrolle und Sicherheit bringen.

Bislang war die Situation insbesondere bei den Kosten unbefriedigend. Durch die Vielzahl der Gebühren war in den halbjährlich erscheinenden Rechenschaftsberichten oft nicht klar, wie hoch der prozentuale Verwaltungsaufwand ist.

Ferner ergab sich für Sie das Problem der Vergleichbarkeit der Kosten. Fondsgesellschaft wiesen nur reine Managementkosten aus. Bei anderen Anbietern wurden auch schon Depotkosten mit aufgeführt. Grundsätzlich blieb die genaue Kostenstruktur aber undurchsichtig.

Nun liegen die ersten Rechenschaftsberichte vor, die nach den neuen Regeln verfasst wurden. Der Knackpunkt sind auch weiterhin die Gesamtkosten, auch Total Expense Ratio (TER) genannt. Unter diesem Begriff werden neben den jährlichen Managementgebühren und der Depotvergütung auch die Kosten für Wirtschaftsprüfer, die Erstellung von Rechschaftsberichten und die Veröffentlichung von Fondspreisen zusammengefasst. Diese Kennziffer wurde schon vor Jahren von dem britischen Finanzanalysten Fitzrovia entwickelt. Mittlerweile hat sich die Kennziffer auch international durchgesetzt.

Der größte Vorteil bei Ihrer Fondsauswahl ist die nun auch vorliegende Vergleichbarkeit der einzelnen Fondsgruppen und auch der Fondgesellschaften. Dabei variiren die Gesamtkosten je nach Fondsart stark. So weist der günstigste DIT-Fonds eine TER von nur 0,15% auf. Dabei handelt es sich um einen Rentenfonds. Der teuerste Fonds (Australia and New Zealand Fund in Euro), ein reiner Aktienfonds, hat eine TER von immerhin 2,8%.

Wenn Sie z.B. 20.000 Euro in den DIT Kapital Plus investiert haben, ergeben sich pro Jahr Gesamtkosten von 180 Euro. Liegt der TER aber bei 2,8%, betragen die Gesamtkosten schon 560 Euro. Bei dieser Differenz lohnt sich der genaue Blick auf die Kosten.Achtung: Bei der Anlagepolitik und bei der Wertentwicklung sind die neuen Regeln schon nachvollziehbar umgesetzt. Doch bei den Kosten geben auch die Branchenriesen den Anlegern zum Teil weiterhin Rätsel auf.

Veröffentlicht am 13. Juli 2008
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Autor
experto.de