Dividendenfonds: Besser keine zu hohen Erwartungen stellen

Dividendenfonds: Besser keine zu hohen Erwartungen stellen

Die Presse findet derzeit viel Gefallen an den sogenannten Dividendenfonds. Unabhängige Honorarberater differenzieren hier schon lange. Untersuchungen zeigen, dass besser keine zu hohen Erwartungen an Dividendenfonds geknüpft werden sollten. Wir geben Ihnen Tipps.

Selbsternannte Fachleute raten vermehrt dazu, auf Dividendenfonds zu setzen. Unternehmen, die dividendenstark sind, sollen besonders profitabel sein. Eine Untersuchung von Scope Analysis zeigt jedoch, dass sich Dividendenfonds in den letzten Jahren weder durch eine wesentlich höhere Performance noch durch ein spürbar niedrigeres Risiko hervorgetan haben. 

Kein erkennbarer Renditevorteil durch Dividendenfonds

Das Ergebnis der Untersuchung kam für manch einen überraschend, zeigt aber auch, dass die Skepsis der unabhängigen Honorarberater berechtigt war. Viele vergessen, dass Dividendenfonds besonders auf solche Aktien setzen, die eine hohe Dividendenrendite erwarten lassen.

Das macht aber nur einen Teil der Rendite aus, der Rest ist Kursphantasie! Bei dieser Anlagestrategie gibt es leider kein weitgehendes Aussteigen aus Märkten oder eine verstärkte Bargeldhaltung, wie es beispielweise bei vermögensverwaltenden Ansätzen üblich ist.  

Die Rendite (eigentlich der Wertzuwachs) setzt sich aus 2 Komponenten zusammen: die Ausschüttung (Zinsen, Dividenden usw.) und die Kursentwicklung in einer Periode. Beispiel: Apple hat nie Dividenden gezahlt, aber eine tolle Kursentwicklung gezeigt. Die Deutsche Telekom hat eine schlechte Kursentwicklung, zahlt aber eine hohe Dividende aus. Hohe Dividendenerwartung und tolle Kursentwicklungschancen schließen sich also nahezu aus.

Bestandteil der Untersuchung durch Scope Analysis waren Dividendenfonds und klassische Fonds in den Kategorien "Aktien Eurozone", "Aktien Europa" und "Aktien Global Value". Untersucht wurden die Kenngrößen Performance p.a. sowie die Volatilität p.a. (Stichtag 31.01.2012, Sicht: 3 und 5 Jahre).

Die Volatilität (Maß für Kursschwankungen) war bei den Dividendenfonds nicht niedriger, als zuvor angenommen wurde. Insgesamt kamen die Untersucher zu dem Ergebnis, dass Dividendenfonds vergleichbar riskant sind wie klassische Fonds. Auch wenn in gewissen Zeiträumen durchaus eine bessere Performance ersichtlich war, glich sich das durch Zeiträume mit schlechterer Performance wieder aus.

Besonders interessant scheint hier die Tatsache, dass die Dividendenfonds in Baisse-Zeiten nicht die erwartete Stabilität aufwiesen. Und genau das war immer versprochen worden. Die bessere Alternative ist hier vermutlich ein generelles Reduzieren der Aktienquote zugunsten der Barquote – das ist aber nur sehr begrenzt erlaubt.  

In Zahlen: Dividendenfonds büßten in 5 Jahren 8,89% p.a. (Aktien Eurozone) und 6,97% p.a. (Aktien Europa) an Wert ein. Das entspricht immerhin einem Mehrverlust von 1,89 Prozentpunkten bzw. 1,68 Prozentpunkten im Vergleich mit herkömmlichen Fonds. Ernüchternd! 

Das zum Teil deutlich schlechtere Abschneiden der Dividendenfonds sollte in künftigen Anlageentscheidungen berücksichtigt werden.

Das rät der Honorarberater

Bevor Anleger sich für eine bestimmte Geldanlagestruktur entscheiden,  empfiehlt sich ein Gespräch mit einem unabhängigen Berater. Er kennt die aktuelle Lage auf den Finanzmärkten, gibt unbeeinflusst Rat und kann geldwerte Abwicklungsinformationen geben. 

Unbeeinflussbare, von den Realitäten geprägte und täglich angepasste Informationen kann nur eine ausschließlich honorarbasierte Beratungsform geben, die Honorarberatung. Bestes Beispiel sind die Dividendenfonds, die interessengesteuert mehr versprochen haben, als sie letztendlich halten konnten.

Veröffentlicht am 6. April 2012
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