Die vielfach als Geheimtipp gepriesenen Weinfonds bergen Risiken

In der Vergangenheit haben edle Weine stolze Wertzuwächse erzielt. Das galt selbst für jüngere Jahrgänge. So konnten für eine Flasche Château Petrus 1990 bis zu 1.500 Euro erzielt werden. Jetzt dreht dieser Trend. Weltweit herrschen Überkapazitäten. Teilweise befinden sich die Weinpreise schon im Abwärtstrend. Die Zeiten mit zweistelligen Wertsteigerungen pro Jahr dürften deshalb vorbei sein.

Wenn Weinfonds Sie mit hohen Renditeversprechen anlocken wollen, ist deshalb Skepsis geboten. Einige Weinhändler sitzen auf hohen Beständen, die sie bei weiter sinkenden Preisen abbauen werden. Die professionelle Lagerung und Überwachung der Weine ist teuer. Bei Händlern steigt das Insolvenzrisiko. Diese werden üblicherweise zwei Jahre im Voraus bezahlt, so dass bei Insolvenz das Geld verloren ist. Zudem liegt der Hauptabsatzmarkt im US-Dollarraum, was die Währungsrisiken erhöht.

Weinfonds sollten Sie deshalb allenfalls zeichnen, wenn Sie vom Weinhandel selbst etwas verstehen. Dann können Sie die Emissionsprospekte aus eigener Sachkunde auf Realitätsnähe hin überprüfen. Wer von Wein nur wenig Ahnung hat, läuft Gefahr, das Wertsteigerungspotenzial zu überschätzen. Rechnen Sie mit Ausgabeaufschlägen von bis zu 5 Prozent und Verwaltungsgebühren bis zu 18 Prozent.

Veröffentlicht am 12. Juli 2008