Börsengehandelte Fonds: ETF-Strategien zur Rendite-Optimierung

Das Volumen im ETF-Handel hat in den vergangen Jahren enorm zugenommen. Um die steigende Nachfrage zu befriedigen und weitere Käufer anzulocken, kommt es vermehrt zu speziellen ETF-Strategien, die zur Gewinnabsicherung oder als Renditehebel eingesetzt werden. Im vierten Teil der Themenreihe „Börsengehandelte Fonds“ werden diese Strategien vorgestellt.

Short-Strategie
Die wohl bekannteste Strategie zur Gewinnabsicherung mit ETFs ist die Short-Strategie. Wenn Sie befürchten, dass der DAX in der nächsten Zeit fallen wird, können Sie mit einem Short-ETF gegensteuern. Diesem ETF liegt ein inverser Index zugrunde. Das bedeutet: Der Index wird spiegelverkehrt abgebildet.

Fällt der Index um 1%, gewinnt der ETF 1%. Auf der anderen Seite verliert der Fonds, wenn der Index steigt. Diese spezielle Strategie eignet sich jedoch nur zur zwischenzeitlichen Absicherung des Aktienbestands. Zur reinen Spekulation ist der inverse Index-ETF nicht geeignet – dafür gibt es aber andere Strategien.

Rendite-Turbo: Hebel ETFs
Die wohl bekannteste Strategie zur Rendite-Beschleunigung ist die Hebel-Strategie. Hebel-ETFs sind relativ neu und ein wenig  komplexer als die klassischen ETFs. Dieser ETF  wird von spekulativeren Anlegern nachgefragt, die einen Anstieg des Index erwarten und durch den Hebel überproportional an der Index-Entwicklung teilhaben möchten.

Grundsätzlich nehmen Anleger mit Hebel-ETFs mit einem festen Multiplikator an der Indexentwicklung teil. Beispiel: Sie besitzen einen ETF auf den DAX mit Hebel 2. Steigt der DAX dann um 1%, steigt Ihr ETF um 2%. Beachten Sie aber, dass bei solchen ETFs der Hebel nur die jeweilige Tages-Performance abbildet.

Beispiel für Hebel-ETFs
Sie besitzen einen ETF auf den DAX mit Hebel 2. Am ersten Tag fällt der DAX um 20% und am anderen Tag steigt er wieder um 25%. Die Rechnung fällt dann wie folgt aus:

100 – 20% = 80; 80 + 25% =100. 

Der DAX hat wieder das Vortagesniveau erreicht.

Der ETF mit Hebel 2 entwickelt sich jedoch anders: Der Kurs fällt zunächst um 40% (20% * Hebel 2) von 100 auf 60 und steigt dann um 50% (25%* Hebel 2) auf 90. Insgesamt haben Sie dann 10% verloren. Der DAX jedoch notiert schon wieder bei 100%. Aufgrund des höheren Risikos eignen sich Hebel-ETFs nur für spekulativere Anleger.

Fazit
Kurzfristig können Spezial-ETFs interessante Beimischungen sein. Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich aber nur einfache und günstige ETFs, die einen festgelegten Index abbilden.

Veröffentlicht am 2. August 2010
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