BGH: Banken müssen über Fonds-Rückvergütungen informieren!

Sollten Anleger beim Kauf von Investmentfonds nicht über die sog. Fonds-Rückvergütungen aus dem Ausgabeaufschlag informiert werden, so haben die Kunden gute Chancen, die Rückabwicklung des Geschäfts verlangen zu können.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat wieder einmal die Rechte von Anlegern gestärkt! "Verschweigt ein Bankberater, dass das Kreditinstitut durch verdeckte Rückvergütungen von den empfohlenen Wertpapiergeschäften profitiert, dann muss sich die Bank vor Gericht entlasten. Gelingt ihr dieser Beweis nicht, dann haftet sie dem Anleger wegen vorsätzlicher Falschberatung“, heißt es in dem am 13.05.09 in Karlsruhe veröffentlichten Urteil.

Was sind Fonds-Rückvergütungen?
In diesem Fall hatte eine GmbH nach Beratung durch die Bank im Jahr 2000 etwa 250.000 Euro in Aktien und Aktienfonds investiert. Dabei hatte der Bankberater dem Firmenkunden verschwiegen, dass die Bank aus den Ausgabeaufschlägen der Fonds Rückvergütungen erhielt – und damit ein eigenes Interesse an den Geschäften hatte. Nach einem deutlichen Kursverlust wollte der GmbH-Geschäftsführer die Geldanlage rückgängig machen.

Was besagt das Urteil zu Fonds-Rückvergütungen?
Nach den Worten der Richter trägt nun die Bank die Beweislast dafür, dass sie den Kunden nicht vorsätzlich falsch beraten hat. Das dürfte ihr nach den Ausführungen des BGH allerdings nicht gerade leicht fallen, weil bereits festgestellt wurde, dass sie ihre Anlageberater nicht dazu verpflichtet hat, die Kunden über dieses Rückvergütungen zu informieren. (BGH, Urteil vom 12.05.2009, XI ZR 586/07).

Sollte Ihr Bankberater Sie beim Kauf von Investmentfonds nicht darauf hingewiesen haben, dass die Bank einen in der Regel großen Teil des Ausgabeaufschlages von der Fondsgesellschaft als Rückvergütung erhält, haben Sie gute Chancen auf Rückabwicklung des Geschäftes!

Veröffentlicht am 14. Mai 2009
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Autor
Sven Bayer