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Feuer zu Weihnachten: Wer kommt für den Schaden auf?

Feuer zu Weihnachten: Wer kommt für den Schaden auf?
geschrieben von André Rabenstein

In der Adventszeit brennen in vielen Häusern mehr Lichter als sonst. Zahlreiche Weihnachtsdekorationen schmücken die Wohnzimmer der Menschen. Aber kaum jemand rechnet damit, dass hier etwas passieren könnte. Doch schon allzu häufig gingen Weihnachtsbäume und Adventskränze in Flammen auf und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Lesen Sie hier, wer bei einem Feuer zu Weihnachten im Schadensfall zahlt!

Wer übernimmt die Schäden bei einem Feuer zu Weihnachten?

Hohe Summen für Versicherer entstehen bei einem Brand nicht zuletzt, weil sich heutzutage in den Wohnzimmern viele teure Elektrogeräte, wie Flachbildfernseher, Musikanlagen oder Spielkonsolen, befinden. Diese sind bei einem Brand höchstwahrscheinlich nicht mehr zu retten. Und so müssen die Versicherer ihren Kunden zunehmend mehr Geld auszahlen.

Damit ein solcher "Gau" gar nicht erst entsteht, sollten entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Kommt es wider Erwarten aber dennoch zu einem Feuer zu Weihnachten, ist es wichtig, eine Hausratversicherung und als Immobilieneigentümer unbedingt eine eigene Gebäudeversicherung abgeschlossen zu haben.

Die Gebäudeversicherung zahlt für alle Schäden am Haus und den damit festverbunden Einrichtungen, z. B. die Einbauküche oder verklebte Teppiche. Die Hausratversicherung zahlt für Brandschäden an den beweglichen Einrichtungsgegenständen. Darunter zählen im Übrigen auch zerstörte Weihnachtsgeschenke.

Was passiert, wenn der Nachbar geschädigt wird?

Für den Fall, dass das Feuer zu Weihnachten auch auf die Nachbarwohnung übergreift und dort ebenfalls Schaden anrichtet, muss sich der Nachbar zunächst an seine eigene Hausratversicherung wenden. Stellt sich bei einer späteren Prüfung heraus, dass der Brandverursacher beispielsweise eine Kerze nicht ausgemacht hat, so wird sich die Hausratversicherung des Nachbarn an den Haftpflichtversicherer des Verursachers wenden.

Der Hausratversicherer wird aber in jedem Fall den Schaden des Zweitgeschädigten übernehmen, sodass dieser sich nicht weiter um den Fall kümmern muss.

Die Kosten für den Feuerwehreinsatz

In der Regel wird bei einem größeren Brand die Feuerwehr gerufen. Wer hierfür die Kosten trägt, ist nicht zu 100 Prozent klar definiert. Die Kosten legt jede Feuerwehr häufig individuell fest. Einsätze, bei denen Menschen gerettet werden müssen, sind meist kostenfrei. Bei Bränden, die aus Unachtsamkeit beziehungsweise fahrlässig entstanden sind, zieht die Feuerwehr in der Regel die Hausratversicherung des Verursachers für die entstandenen Kosten heran.

Kann die Versicherung die Zahlung bei einem Feuer zu Weihnachten verweigern?

Wenn
ein Brandschaden durch grobe Fahrlässigkeit entstand, so blieb der
Verursacher bis vor einigen Jahren noch auf allen Kosten sitzen. Grobe
Fahrlässigkeit bedeutet, dass die Sorgfalt, die vorhanden sein müsste,
in hohem Grade oder gröblich außer Acht gelassen wurde. Es wurde also in
einer bestimmten Situation nicht so gehandelt, wie gehandelt werden
müsste, um einen möglichen Schaden zu verhindern.

In diesem Fall musste die Versicherung nicht zahlen. So argumentierten viele Versicherer recht schnell mit "grober Fahrlässigkeit" und verweigerten die Zahlung bei einem Schaden durch ein Feuer zu Weihnachten.

Dies änderte sich jedoch Anfang 2008 mit einer Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes. Seitdem können die Versicherer die Leistungen nur noch kürzen (abhängig vom Grad des Verschuldens), wenn eine grobe Fahrlässigkeit in einem Fall vorliegt, jedoch nicht mehr vollständig streichen. Aus Sicht der Verbraucher ist dies eine positive Wende.

Tipps bei einem Feuer zu Weihnachten

  • Lassen Sie offenes Feuer nie unbeaufsichtigt.
  • Achten Sie beim Kauf elektrischer Artikel immer auf die CE-Zertifizierung oder ein TÜV-Prüfzeichen.
  • Löschen Sie Brände bei Elektroartikeln nie mit Wasser (Gefahr eines Elektroschocks).
  • Für Versicherungsnehmer, denen eine teilweise Übernahme der Kosten nicht genügt, gibt es die Möglichkeit, sich zusätzlich abzusichern. Diese Zusatzversicherung beinhaltet dann alle Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sind. Allerdings fallen die Prämien entsprechend höher aus – ein Vergleich spart hier bares Geld.

Fazit: Die Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung decken in der Regel alle Schäden ab, die durch ein Feuer zu Weihnachten entstanden sind. Allerdings werden die Kosten nur vollständig übernommen, wenn nachweislich kein grob fahrlässiges Handeln vorlag. Anderenfalls wird maximal ein Teil der Schadenssumme übernommen.

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André Rabenstein

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