Feriendomizil in Florida zum Schnäppchenpreis erwerben

Floridas Süden: Weiße Strände, Palmen, Haus mit Blick aufs Meer, viel Sonne und blauer Himmel an fast allen Tagen des Jahres. Nicht nur amerikanische Rentner zieht es in den Sunshine State, auch immer mehr wintermüde deutsche Florida-Fans kaufen sich dort ein Haus. Ganz besonders, seit die Immobilienpreise dank der Hypothekenkrise 2006 stetig gesunken sind.

Seit der Finanz- und Hypothekenkrise in den USA befinden sich viele Häuser in Bankeigentum und sind für Schnäppchenpreise zu haben. Der Höhepunkt der Hypothekenkrise ist zwar verebbt, die Zwangsversteigerungen in Florida sind von über 22.000 im Jahr 2010 auf 8.500 im Jahr 2011 gesunken, aber noch immer liegen die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen rund 40 Prozent unter dem ursprünglichen Kaufpreis. Schnäppchen finden Käufer vor allem in Fort Myers, an der Golfküste von Cape Coral und in Naples, wo es sogar deutsche Communitys gibt.

Dank der vielen deutschsprachigen bzw. deutschstämmigen Immobilienmakler in Florida ist ein Hauskauf auch für diejenigen unproblematisch, deren Englisch nicht ganz verhandlungssicher ist.

"Der Hauskauf kann komplett auf Deutsch abgewickelt werden, wir haben hier auch deutschsprachige Anwälte", sagt der gebürtige Hamburger Wolfgang Schwarz, Inhaber der Immobilienfirma US Schwarz Realty, der seit 18 Jahren in Florida lebt. Pro Jahr hat er etwa 25 deutsche Käufer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Bei den Käufern handelt es sich um Florida-Fans, die ihren Urlaub immer wieder im Sunshine State verbracht haben.

Manche möchten in Florida in Rente gehen, was ohne Green Card aber nicht so einfach ist. Wer eine Immobilie erwirbt, ist nicht automatisch dazu berechtigt, in den USA zu leben. Mit einem B1/B2 Visum können Europäer höchstens sechs Monate an einem Stück in den USA bleiben. Das Visum kann zwar verlängert werden, aber dazu müssen gute Gründe genannt werden. "Wir arbeiten daran, es für Westeuropäer zu erleichtern, wenn sie im Rentenalter sind", sagt Wolfgang Schwarz. 

Die bevorzugte Region der Deutschen ist der Süden Floridas, die Golfseite mit Miami, Naples und Cape Coral, wo es das ganze Jahr über warm ist. Florida bedeutet nicht automatisch schönes Wetter, denn je nördlicher man kommt, desto kälter wird es im Winter. "Es kann im Norden Floridas schon mal Frost geben", so Wolfgang Schwarz, "die Wettergrenze befindet sich ungefähr im Raum Sarasota".

Wo gibt es denn nun absolute Schnäppchenpreise? "Besonders billig ist es auf der Westseite. Gerade gestern habe ich ein Haus mit Pool, drei Schlafzimmern und zwei Bädern für 100.000 Dollar verkauft," sagt der Broker. Die Kosten für die Kaufabwicklung über einen deutschsprachigen Anwalt in Florida betragen zwischen 1000 und 2000 Dollar.

Die Hauspreise sind mit ihrer Ausstattung nicht zu vergleichen mit Häusern in Deutschland. In den USA kommt das Haus mit komplett eingebauter Küche (inklusive Elektrogeräten) sowie Waschmaschine und Trockner. Alle Häuser sind Hurrican stabil gebaut. 

Idealerweise wird das Haus in bar bezahlt. Eine Finanzierung über eine amerikanische Bank ist jedoch auch für Deutsche möglich. "Das erforderliche Eigenkapital liegt zwischen 25-30 Prozent", so Kirsten Paul, deren Mortgage Broker Firma "Paul Finance" in Fort Myers seit 1994 ausschließlich Finanzierungen für Non-Residents (Menschen, die nicht in den USA leben und arbeiten) in Florida anbietet.

Die Bankkauffrau und Mortgage Brokerin (Hypothekenmaklerin), die zwischen München und Florida pendelt, besitzt zudem eine Beratungsfirma mit Sitz in München, die über alle übergreifenden Dienstleistungen (US-Kontoeröffnungen, Beratung) laufen. 

"Als Non-Resident eine Finanzierung in Florida zu bekommen, ist heutzutage mit Sicherheit schwieriger, als in den Zeiten vor der Krise, als die Kredite leichtfertig an alle Antragsteller vergeben wurden. Damals entfiel meist eine ernstzunehmende Prüfung des Kreditnehmers seitens der Banken. Mittlerweile wurden die Anforderungen seitens des Gesetzgebers und entsprechend auch der Banken verschärft", sagt Kirsten Paul und rät:

"Wenn man genau weiß, wie und wo man Finanzierungen anfragen muss, ist es gut und unkompliziert darstellbar. Wenn man es allerdings im Alleingang und ohne Erfahrung versucht, nahezu unmöglich". Im Durchschnitt finanziert die Firma von Kirsten Paul 250-300 Kunden im Jahr.

"Derzeit liegen wir mit noch steigender Tendenz an der oberen Grenze. Tiefstpreise, obwohl bereits ansteigend, historische Tiefstzinsen, fallender Euro, die Flucht in Sachwerte und dies in einer einmaligen Kombination beschleunigen die Anfragen und das Geschäft zurzeit drastisch", sagt sie.

Wer sich ein Haus in Florida kauft, nutzt dieses meistens nur ein paar Wochen im Jahr selbst, für die restliche Zeit wird es an Touristen vermietet. "Um die laufenden Kosten zu decken", sagt Christian W. aus Berlin. Der Berliner Pharmareferent und seine Frau haben sich 2008 den Traum vom Ferienhaus in Florida erfüllt. 

"Florida war jahrelang unser Urlaubsziel. Als mir ein amerikanischer Freund, der Anwalt ist, Unterlagen über Häuser, die zwangsversteigert werden sollten zukommen ließ, haben wir nicht zweimal überlegt. Wir haben eine kleine Strandvilla für 100.000 Dollar ersteigert, die ursprünglich einen Wert von 300.000 Dollar hatte. Fünf Zimmer, zwei Badezimmer, voll ausgestattete Küche und Pool".

Das Berliner Ehepaar verbringt höchstens drei Monate übers Jahr verteilt in Florida. Kosten, die während ihrer Abwesenheit anfallen betreffen hauptsächlich Poolreinigung und Gartenpflege, ansonsten die laufenden Kosten wie Strom, Wasser, Telefon (da mehrmals jährlich vermietet wird, werden diese Dienste nicht abgestellt) und natürlich die Hausratsversicherung.

Zudem fällt einmal jährlich die "Property Tax" (Grundsteuer) an. Anders als in Deutschland ist diese nicht gleichbleibend, sondern wird jährlich neu berechnet. Berechnungsgrundlage ist der aktuelle Schätzwert des Hauses. "Wir zahlen derzeit knapp 4000 Dollar Property Tax im Jahr", sagt Christian W., "deshalb vermieten wir drei- bis viermal jährlich für mehrere Wochen an europäische Touristen".

Dazu ist allerdings der Service eines Buchungsbüros notwendig, der die Mieter ein- und auscheckt. "Alle Extrakosten werden durch die Feriengäste abgedeckt – manchmal bleibt auch noch was für das nächste Flugticket übrig, aber ganz, ganz selten", lacht er.

Umfangreiche Informationen rund um Immobilien sowie das Arbeiten und Leben in Florida von A-Z bieten die Online-Magazine Florida Journal (floridajournal.de) und Florida Sun (foridasunmagazine.com).

Tipp:

Bei einem Hauskauf in Florida sollte man sich immer an einen Real
Estate Broker wenden, nicht an einen Real Estate Agent. Ein Real Estate
Broker ist umfassend qualifiziert, staatlich lizenziert, unterliegt
treuhänderischen Pflichten und einem Verhaltenskodex.

Veröffentlicht am 20. Dezember 2013