Diversifikation bei der Kapitalanlage – nötig oder überbewertet?

Bei einer Kapitalanlage ist Vielfalt häufig ein entscheidendes Kriterium

Um bei einer Kapitalanlage das Risiko zu streuen, ist Diversifikation das entscheidende Stichwort. Verschiedene Anlageprodukte aus verschiedenen Branchen sind ein guter Weg, um Schwankungen an den Märkten abzufedern.

Beim Aufbau eines Portfolios zur Kapitalanlage wird ein Aspekt immer besonders in den Vordergrund gehoben und zwar die Diversifikation. Wie wichtig es ist, Risiko zu streuen wird von Experten immer wieder betont. Schließlich ist beim Einsatz des Geldes auf nur eine Karte die Wahrscheinlichkeit hoch, dass etwas schief geht.

Doch wie stark sollte ein Portfolio wirklich diversifiziert sein? Wie viel Diversifikation ist wirklich nötig, damit Risiken gut verteilt sind? Im Vorfeld lässt sich bereits sagen, dass es keine klare Antwort auf diese Frage gibt und Anleger für sich abwägen müssen, in wie viele verschiedene Produkte sie investieren wollen.

Durch Diversifikation glätten Sie Ihre Ergebnisse

Grundsätzlich haben Sie als Anleger schon diversifiziert, wenn sie nur in zwei verschiedene Produkte investieren. Ob diese Diversifikation jetzt ausreicht ist fragwürdig. Grundsätzlich hängt es immer von den exakten Werten ab, in die investiert wird.

Je stärker Sie diversifizieren, desto weniger hängt die Gesamtrendite des Portfolios davon ab, wie einzelne Entscheidungen ausfallen. Dieser Umstand hat Auswirkungen in beide Richtungen. Einerseits werden schlechte Entscheidungen abgefedert und fallen nicht sonderlich stark ins Gewicht. Gleiches gilt allerdings auch für gute Entscheidungen, wodurch der positive Effekt auf die Gesamtrendite deutlich geringer ausfallen kann.

Aussichtsreiche Werte sind das A und O einer guten Kapitalanlage

Eine starke Diversifikation hat also zur Folge, dass die Anlageergebnisse insgesamt etwas einheitlicher ausfallen, als wenn nur wenige Werte in einem Portfolio enthalten sind.

Das A und O eines guten Portfolios sind aussichtsreiche Werte, bei denen die Chancen auf eine gute Rendite hoch stehen. Damit Fehlentscheidungen in diesem Bereich nicht das gesamte Anlagevermögen bedrohen empfiehlt es sich, andere Werte hinzuzunehmen.

Verschiedene Kombinationen sind möglich

So kann es beispielsweise Sinn machen, sichere Anlagewerte wie deutsche Staatsanleihen mit High Yield Bonds zu kombinieren. Bei High Yield Bonds, die auch Schrottanleihen genannt werden, ist das Risiko hoch, das eingesetzte Geld zu verlieren. Dafür locken saftige Renditen, wenn die Werte steigen.

Auch ein aktiendominiertes Portfolio mit Hedgefonds zu diversifizieren kann Sinn machen, da Hedgefonds sich häufig antizyklisch zum Aktienmarkt verhalten und Kursverluste so aufgewogen werden können.

Die Korrelationen zwischen Werten verändern sich

Als Grundsatz gilt: Je weniger Korrelation die Werte untereinander haben, desto geringer ist der Verlust bei Fehlentscheidungen oder schlechten Entwicklungen.

Innerhalb einzelner Anlageklassen können Sie zudem noch diversifizieren. So wird beispielsweise in einem Immobilienfonds durch die Investition in viele verschiedene Immobilien auf der ganzen Welt investiert. Durch die verschiedenen Märkte hängen die Werte trotz gleicher Anlageklasse nicht immer zwangsläufig miteinander zusammen.

Wichtig zu wissen ist, dass die Wechselbeziehung zwischen den verschiedenen Werten nicht statisch ist, sondern sich mit der Zeit verändert. Überprüfen Sie daher regelmäßig die Werte in Ihrem Portfolio und ihre Entwicklung.

Stellen Sie sich selbst die entscheidenden Fragen

Hinterfragen Sie zudem auch Ihre eigene Risikobereitschaft. Überlegen Sie sich, welches Renditeziel Sie für Ihre Kapitalanlage erwarten und wie schnell Sie Ihre Kapitalanlage möglicherweise auch wieder verkaufen wollen. Von den Antworten auf diese Fragen hängt ab, welche Anlagewerte für Sie geeignet sind und wie viel Diversifikation Sie benötigen.

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Veröffentlicht am 19. Februar 2015
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