Diese Vor- und Nachteile haben Mischkonzerne in Punkto Aktienanlage

Die Mischkonzerne haben in Bezug auf die Aktienanlage Vor- und Nachteile.

In der Wirtschaft kann man zwischen zwei grundlegenden Unternehmenstypen unterscheiden: diejenigen, die sich auf die Herstellung und den Verkauf weniger Produkte oder Dienstleistungen spezialisiert haben. Und diejenigen, die die breit aufgestellt und in vielen Sparten und Segmenten aktiv sind, oft mit zahlreichen Tochtergesellschaften. Welche Vor- und Nachteile haben Mischkonzerne für Anleger?

Die meisten Unternehmen lassen sich einer bestimmten Branche zuordnen, beispielsweise ist BASF ein Chemieunternehmen oder die Deutsche Bank ein Finanzinstitut. Mit der Zuordnung zu einer Branche wissen Anleger schon mal, wo der Schwerpunkt eines Unternehmens liegt und können sich überlegen, ob sie sich hier engagieren möchten. Unternehmen mit einem klaren Fokus haben u. a. den Vorteil, dass sie sich voll und ganz auf eine bestimmte Tätigkeit konzentrieren können und über viel Spezialwissen verfügen. Sie können Produkte und Dienstleistungen oft in einer hohen Qualität erstellen und verkaufen. Der Aufbau dieser Firmen ist fast immer zumindest in den Grundstrukturen nachzuvollziehen.

Mischkonzerne (auch Konglomerat, heterogener Konzern, Multikonzern) hingegen lassen sich entweder gar nicht oder nur teilweise einer Branche zuordnen. Denn sie verfügen über zu viele unterschiedliche Geschäftsbereiche, die eine eindeutige Zuordnung unmöglich machen. Mischkonzerne verfügen oft über sehr viele Tochterunternehmen, die in verschiedenen Branchen aktiv sind und i.d.R. nicht miteinander im Wettbewerb stehen. Ihr Aufbau ist für Außenstehende oft kaum zu durchblicken, da es sich fast immer um ein komplexes Geflecht von Beziehungen handelt. "Normale" Aktionäre haben erst Probleme, derartige Konstrukte zu durchschauen.

Vor- und Nachteile von Mischkonzernen

Bis vor ein paar Jahren wurden die meisten Mischkonzerne von Aktionären weniger beachtet.

Hintergrund war neben der kaum zu durchschauenden Strukturen u. a. die Ansicht, dass ein Unternehmen nicht zu viele Dinge gleichzeitig machen sollte, weil man dann vieles anfängt, aber nicht richtig umsetzt (Gemischtwarenladen ohne klaren Fokus). Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es in Mischkonzernen viele Bereiche mehrfach gibt, z. B. ein Rechnungswesen, eine EDV oder einen Personalbereich, was die Kosten erhöht und den Gewinn reduziert. Spätestens nach der Finanzkrise von 2008 haben Anleger aber gemerkt, dass Mischkonzerne durch die breite Aufstellung Vorteile haben.

Klappt es in einem Bereich nicht so gut, läuft ein anderer dafür besser und gleicht einen Umsatzrückgang aus. Auch die Abhängigkeiten von einer einzelnen Branche oder von bestimmten Kundengruppen spielen eine weniger wichtige Rolle. Bei klassisch aufgestellten Unternehmen führt ein Rückgang des Geschäfts oft zu erheblichen Problemen, da es nur wenige Möglichkeiten gibt, Schwankungen aufzufangen. Paradebeispiel ist die Finanzbranche, in der es vielen Banken heute noch nicht wieder gut geht. Auch in der Automobil- und Chemieindustrie kommt es immer wieder zu zum Teil erheblichen Schwankungen.

Für Aktionäre sind Mischkonzerne daher zumindest eine Prüfung wert. Denn viele dieser Unternehmen haben in den letzten Jahrzehnten bewiesen, dass auch sie dauerhaft gutes Geld verdienen können. Zu den zehn größten Mischkonzernen weltweit gehören u. a. General Electric, Danaher, 3M und ABB. Wichtig: Wie immer stellt die Nennung von Unternehmensnamen keine Empfehlung dar, sondern sie dient ausschließlich und ausdrücklich nur dazu, die Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Veröffentlicht am 12. Juli 2016
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