Die neue Landlust: Investitionen in Äcker und Wälder liegen im Trend

Die neue Landlust: Investitionen in Äcker und Wälder liegen im Trend

Bislang investierten vor allem institutionelle Investoren in agrar- und forstwirtschaftliche Flächen. Bedingt durch die Auswirkungen der Eurokrise mit Börsenturbulenzen und Inflationsgefahr zeigen derzeit auch immer mehr private Anleger Interesse an einer Kapitalanlage in die klassischen Sachwerte Ackerland und Wälder.

Schon der berühmte Schriftsteller Mark Twain wusste: "Kaufe Land – Gott erschafft keines mehr."

Investitionen in land- und forstwirtschaftliche Flächen zeichnen sich durch Wertbeständigkeit aus und bieten eine gute Diversifikationsmöglichkeit für das Depot, denn die Renditeentwicklung von Ackerflächen und Wäldern weist nur eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen auf. Für das mittel- bis langfristige Wertsteigerungspotenzial von land- und forstwirtschaftlichen Flächen sprechen im wesentlichen zwei Gründe.

1. Wachsender Nahrungsmittelbedarf

Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO muss die Lebensmittelproduktion um 70 Prozent ansteigen, um die stetig zunehmende Weltbevölkerung ernähren zu können. Im Jahr 2050 wollen über neun Milliarden Menschen mit Nahrung versorgt werden, das sind über 2,5 Milliarden mehr als heute. Zudem geben die Menschen in den Schwellenländern mit steigendem Wohlstand mehr Geld für höherwertige Lebensmittel aus.

2. Biomasse als Energieträger

Eine weitere Ursache ist der zunehmende Stellenwert von Biomasse als Energieträger. Aufgrund des steigenden Anteils erneuerbarer Energien am Energiemix werden in Deutschland immer mehr Energiepflanzen angebaut. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden rund 18 Prozent der gesamten Ackerfläche mit nachwachsenden Rohstoffen für die Nutzung von Biomasse bewirtschaftet.

Wie kann man diese Anlageklasse nutzen?

Indirekte Investments sind hier für die meisten Anleger das Mittel der Wahl, da der direkte Erwerb von land- und forstwirtschaftlichen Flächen nur bei größeren Flächen ab fünf Hektar sinnvoll ist und deswegen für den Privatanleger in der Regel ein zu großes Volumen darstellt.

Durch indirekte Investments kann man jedoch schon mit kleineren Beträgen vom Boom profitieren. Nach Angaben von FAO werden im Jahr 2050 nur noch rund 0,15 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche auf einen Bewohner kommen, vor 10 Jahren waren es noch etwa 0,22 Hektar. Folglich müssen die Landwirte immer produktiver werden, um aus den Böden mehr herauszuholen. Daher ist der Kauf von Aktien aus dem Agrarzuliefererbereich, wie zum Beispiel Saatgut-, Düngemittel- und Landmaschinenhersteller, eine vielversprechende Anlagealternative.

Wem der Erwerb von Einzelaktien zu riskant ist, der hat die Möglichkeit, in sogenannte Agrarfonds zu investieren. Sie bilden die verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette des Agrarsektors von Zulieferer- und Verarbeitungsbetrieben bis hin zu Nahrungsmittelproduzenten ab.

Veröffentlicht am 22. Oktober 2012