Baufinanzierung: Diese 4 Faktoren sollten Sie beachten

Wenn Sie ein Haus bauen oder kaufen möchten, müssen Sie meist eine Baufinanzierung vornehmen. Was Sie dabei beachten sollten erfahren Sie hier.

Unabhängig davon, ob Sie den Hausbau oder den Erwerb einer Eigentumswohnung mit einer Baufinanzierung umsetzen möchten, die Finanzierung sollte immer Ihre persönlichen Lebensumstände berücksichtigen. Der finanzielle Spielraum ist die Ausgangsbasis jeglicher Finanzierungsplanung, er bestimmt, in welcher Höhe und welcher Zeit das Baudarlehen zurückgezahlt wird.

Auch die Zinsentwicklung spielt bei der Baufinanzierung eine Rolle, derzeit sind die Zinsen für Kredite extrem niedrig. Diese 4 Faktoren sollten Sie beachten.

  1. Eigenkapital
  2. Nebenkosten
  3. Kreditangebote
  4. Tilgungshöhe

1. Genügend Eigenkapital

Bei jeglicher Kreditfinanzierung gibt es eine Grundregel: Je höher der Eigenkapitalanteil, desto besser. Für die Finanzierung einer Immobilie empfehlen Experten einen Eigenkapitalanteil von mindestens 10 %, besser 15-20 % der Gesamtkosten.

Der beste Weg, Eigenkapital für die Finanzierung einer Immobilie anzusparen, ist der Bausparvertrag. Bausparer profitieren von festen Guthabenzinsen und erhalten ein zinsgünstiges Bauspardarlehen für die Finanzierung. Auch wenn die Zinsen inzwischen so niedrig sind, dass der Unterschied zu anderen Bankkrediten nicht mehr groß ist, lohnt sich der Bausparvertrag. Denn sowohl in der Ansparungsphase als auch in der Rückzahlungsphase können Bausparer die vermögenswirksamen Leistungen über den Arbeitgeber in Anspruch nehmen. Diese betragen je nach Tarifvertrag bis zu 480 EUR jährlich.

2.Nebenkosten richtig kalkulieren

Nebenkosten werden bei der Immobilienfinanzierung häufig unterschätzt, dabei ist der Anteil der Nebenkosten vergleichsweise hoch. Die Nebenkosten für die Baufinanzierung setzen sich aus unterschiedlichen Posten zusammen. Die Grunderwerbssteuer beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 5,5 %. Für den Grundbucheintrag werden etwa 0,5 % der Kaufsumme veranschlagt. Der Notar kostet etwa 1 bis 1,5 % der Kaufsumme. Bei einer Finanzierung über 300.000 EUR betragen die Nebenkosten in etwa 20.000 EUR.

Um nach dem Kauf oder Bau einer Immobilie keinen finanziellen Engpass zu erleiden, empfiehlt die Stiftung Warentest eine zusätzliche Reserve von mindestens drei Monatsgehältern.

3.Kreditangebote vergleichen

Sobald das Budget für die Baufinanzierung steht, sollten Kreditangebote eingeholt werden. Ein Kreditvermittler kann bei der Suche nach dem passenden Kredit helfen, allerdings arbeiten Kreditvermittler provisionsabhängig, dementsprechend sollten die vorgeschlagene Angebote immer gegengeprüft werden. Der erste Ansprechpartner ist für die meisten Kunden die eigene Hausbank.

Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins verschiedener Banken. Denn der Effektivzins berücksichtigt auch Zusatzkosten wie Bearbeitungsgebühren oder die Zins- und Tilgungsverrechnung.

4. Die Tilgungshöhe bei der Baufinanzierung

Grundsätzlich ist eine hohe Tilgungshöhe vorteilhaft, denn je schneller der Kredit zurückgezahlt wird, desto günstiger ist die Finanzierung. Allerdings muss die Tilgungshöhe an die persönliche Lebenssituation angepasst werden. Das größte Risiko bei der Baufinanzierung sind zu hohe Tilgungsraten, die Jahre nach Abschluss des Vertrages zu einer untragbaren finanziellen Belastung werden können. Denken Sie auch an die Zukunft und kalkulieren Sie mit Spielraum.

Neben der zu erwartenden Inflation sind es vor allem die steigenden Lebenshaltungskosten, die bei Abschluss des Kreditvertrages bedacht werden sollten. Bei Immobilien steigen die Nebenkosten in der Regel über die Laufzeit erheblich.

Auch andere Kostenpunkte im Alltag werden steigen, die Tilgungshöhe sollte immer so gewählt werden, dass der Betrag auch bei sinkendem Einkommen und steigenden Lebenshaltungskosten noch aufgebracht werden kann. Die monatliche Belastung sollte 30-35 % des Haushaltseinkommens nicht übersteigen. Als Anhaltspunkt kann die bisher gezahlte Kaltmiete dienen.

Auch eine zu niedrige Tilgungshöhe kann zum Problem werden, denn wenn der Kredit zu lange läuft, wird die Finanzierung insgesamt teuer. Bei entsprechend hohem Einkommen empfehlen Experten eine Tilgungsrate von 2-3 %. Kann nur eine Tilgungsrate von 1 Prozent aufgebracht werden, sollte der Kreditvertrag Sondertilgungsmöglichkeiten beinhalten.

Zusatz-Tipp: Sichern Sie sich die niedrigen Zinsen

Die derzeit historisch niedrigen Zinsen sollten Sie sich unbedingt sichern. Vergleichen Sie daher die Zinsfestschreibung der Kreditangebote. Ein fester Zinssatz über zehn Jahre ist in der Baufinanzierung üblich, besser sind aber mindestens 15 Jahre. Ein geringer Aufpreis für eine längere Zinsfestschreibung kann sich auszahlen.

Veröffentlicht am 15. Dezember 2015