Wie Sie Ihren Dispo richtig nutzen

Wie Sie Ihren Dispo richtig nutzen

Sollten Sie kurzfristig Geld benötigen, aber nicht erst Kredite suchen und Anträge stellen wollen, bietet sich schnell der Dispositionskredit an. Dieser ist eine praktische Finanzdienstleitung fast aller Banken und hilft Ihnen dabei finanzielle Engpässe unbürokratisch abzufangen. Trotzdem sollten Sie nicht vernachlässigen, dass auch der Dispo schnell zusätzliche Kosten verursacht.

Der Dispositionskredit
ist ein Teil des Girokontos. Haben Sie also ein offenes Konto, das Sie für den Gehaltseingang oder das Überweisen der monatlichen Fixkosten nutzen, können Sie theoretisch auch auf einen Dispo-Kredit zurückgreifen. Natürlich möchte die Bank ungefähr wissen, wie es mit der Bonität aussieht. Allerdings richtet sich die Höhe des Dispos nur an den regelmäßigen Geldeingängen auf dem Girokonto.

Meist wird ein kurzfristiger Kredit bewilligt, der nicht größer ist als das doppelte Monatseinkommen, wobei das von Bank zu Bank leicht abweichen kann. Möchten Sie einen größeren Spielraum, kann unter Umständen mit der Bank verhandelt werden.

Doch auch wer keinen Dispo gewährt kriegt oder den Rahmen überzogen hat, kann die "geduldete Überziehung" nutzen. Da die Zinsen hier allerdings sehr hoch angesetzt werden, sollten Sie auf diese Option nur im äußersten Notfall zurückgreifen. 

Daten, Fakten und wertvolle Tipps

Ganze 80 Prozent aller deutschen Haushalte verfügen über einen Dispositionskredit. Wenn auch Sie in die Situation kommen, dass mehr Geld abgehoben werden muss, als auf dem Girokonto liegt, zahlen Sie im Schnitt 12 Prozent Zinsen bei einer Kreditsumme von 500 Euro. Dass es auch wesentlich günstiger geht, zeigen verschiedene Anbieter, die für die gleiche Summe zum Teil nur 7,5 % Zinsen aufrufen.

Daher lohnt es sich, im Girokonto-Vergleich einen genauen Blick auf die Dispo-Zinsen zu werfen. Für die Banken ist diese Kreditform eine unverzichtbare Einnahmequelle, sodass häufig versucht wird, mit günstigen Dispo-Konditionen den Kundenstamm auszubauen. Da ein Girokonto heute meist kostenlos ist und es oft sogar auch Prämien für Neukunden gibt, spricht nichts gegen einen regelmäßigen Wechsel zu den Banken mit den aktuell günstigsten Konditionen.

Bevor Sie also einen Dispositionskredit aufnehmen, gilt es, dessen Kosten zu erfahren. Je nach Verzinsung und Kreditsumme kann es oft sogar günstiger sein, die benötigte Summe vom Festgeldkonto abzuheben und dafür auf einen Teil der Rendite zu verzichten. Solange Sie allerdings nicht den Kreditrahmen Ihres Girokontos sprengen würden und es sich eher um kleinere Beträge handelt, ist der komfortable Dispo meist immer noch die vernünftigere Option, um unvorhergesehene Ausgaben zu decken.

Veröffentlicht am 22. August 2014