Bank & Konto

Telefonische Überweisung: Vorsicht vor Doppelbuchungen

Telefonische Überweisung: Vorsicht vor Doppelbuchungen
experto.de
geschrieben von experto.de

Sie sollten die telefonische Überweisung möglichst vermeiden – allein schon wegen der Gefahr von Missverständnissen. Im Gegensatz zur telefonischen Überweisung ist eine schriftliche Überweisung eindeutig. Zusätzlicher Vorteil: Sie können den Auftrag mit der Durchschrift oder dem Ausdruck des Überweisungsbelegs nochmals überprüfen und archivieren.

Telefonische Überweisung – ein aktueller Fall
Ein Bankkunde erteilt seiner Bank telefonisch eine Überweisung mit. Die Bank führt den Auftrag aus, verlangt aber, dass der Kunde eine schriftliche Überweisung nachreicht.

Dass der Auftrag bereits ausgeführt wurde, vermerkte er auf einem Zettel, den er an der Überweisung per Büroklammer befestigte. Der Zettel ging verloren und die Überweisung wurde ein zweites Mal ausgeführt.

Telefonische Überweisung – Ein Fall, der zur Vorsicht mahnt
Doppeltes Pech für den Bankkunden: Der Zahlungsempfänger der telefonischen und schriftlichen Überweisung wurde insolvent und zahlte den Betrag nicht zurück.

Der Bankkunde verlangte den Ersatz von der Bank, weil diese keine ausreichende Absicherung gegen Doppelüberweisungen getroffen habe. Vor Gericht bekam er allerdings nur zum Teil Recht.

Nach Auffassung der Richter hätter er deutlicher kennzeichnen müssen, dass der Auftrag bereits ausgeführt wurde. Er bekam deshalb nur 2/3 des Betrags erstattet (Oberlandesgericht (OLG) Schleswig, Urteil vom 29.09.2005, Az.: 5 U 46/94).

Praxis-Tipp
Sie sollten die telefonische Überweisung möglichst vermeiden – allein schon wegen der Gefahr von Missverständnissen. Eine schriftliche Überweisung ist dagegen eindeutig.

Zusätzlicher Vorteil: Sie können den Auftrag mit der Durchschrift oder dem Ausdruck des Überweisungsbelegs nochmals überprüfen und archivieren. Notfalls können Sie die Überweisung dann noch kündigen.

Das geht allerdings nur, so lange die Bank den Auftrag nicht ausgeführt hat (§ 676 a BGB). In der Regel haben Sie deshalb lediglich einen Bankarbeitstag Zeit.

Über Ihren Experten

experto.de

experto.de

Leave a Comment