Fallstricke beim Tagesgeldkonto beachten

Tagesgeldkonten bieten deutlich mehr Zinsen als das klassische Girokonto oder Sparbuch. Doch Vorsicht: Nicht jedes Angebot hält, was es verspricht. Daher sollten Sie beim Tagesgeldkonto einiges beachten. Worauf Anleger bei der Wahl ihres Tagesgeldkontos achten sollten, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Ein gutes Tagesgeldkonto bietet attraktive Zinsen – und zwar ohne Mindestlaufzeit oder Kündigungsfrist. Der Inhaber kann jederzeit auf sein Geld zugreifen. Tagesgeldkonto ist jedoch nicht gleich Tagesgeldkonto. Die Leistungen und Konditionen variieren erheblich. Was Sie als Anleger beachten müssen, damit Sie im Angebots-Wirrwarr nicht auf den falschen Anbieter setzen, lesen Sie im Folgenden.

Fallstrick 1: Hohe Zinsen locken
Beim Tagesgeld sind die Zinsen nicht fix, sondern unterliegen marktüblichen Zinsschwankungen. Eine hohe Rendite ist dabei häufig lediglich ein Lockangebot für Neukunden, das nur für kurze Zeit oder nur im Rahmen einer gewissen Einlagenhöhe gilt.

Der Expertentipp: Anleger sollten das Kleingedruckte und Sternvermerke genau studieren. Zudem sollten sie checken, ob der Anbieter bereits über einen längeren Zeitraum verlässlich hohe Zinsen gewährleistet. Hinweise liefern Tests in Magazinen wie "Finanztest" von Stiftung Warentest oder Vergleichsportale. Gute Angebote gelten für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen.
 
Fallstrick 2: Anlagehöhe beeinflusst Zinssatz
Aufgepasst bei Tagesgeldkonten mit gestaffelten Zinsen: Je nach Höhe der Anlage gibt es die besten Konditionen oft nur im Rahmen einer bestimmten Summe. 

Der Expertentipp: Das beste Tagesgeldangebot für alle gibt es nicht. Den Zuschlag sollte der Anbieter erhalten, der für die geplante Anlagesumme den besten Zinssatz und die besten Rahmenbedingungen anbietet.

Fallstrick 3: Versteckte Zusatzkosten
In der Regel sind Tagesgeldkonten kostenlos. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) werfen. Bei einigen Anbietern können Kunden das Tagesgeldkonto nur nutzen, wenn sie beispielsweise auch ein Wertpapier-Depot oder ein Girokonto eröffnen.

Der Expertentipp: Sparen kann, wer ein Girokonto ohne Grundgebühren mit einem kostenlosen Tagesgeldkonto kombiniert. Dabei kann man auch problemlos verschiedene Anbieter wählen.

Fallstrick 4: Verschenkter Zinseszins
Anbieter schreiben die Zinsen, die Tagesgeldkonten abwerfen, unterschiedlich häufig gut: monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Erfolgt die Gutschrift nur einmal pro Jahr, verschenkt man den Zinseszinseffekt.

Der Expertentipp: Anleger sollten darauf achten, ob die Zinsen mehrfach innerhalb eines Jahres gutgeschrieben werden. So profitiert der Kontoinhaber vom sogenannten Zinseszinseffekt. Schließlich werden die gutgeschriebenen Tagesgeldzinsen automatisch mitverzinst, was zu einer Erhöhung der Rendite führt.

Veröffentlicht am 6. Juli 2011