Recht: Wenn Sie ein Sparbuch in fremdem Namen anlegen…

In der Praxis kommt es besonders häufig vor, dass Großeltern für Enkel Geld auf Sparbücher einzahlen. So auch in einem vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall. Kontoinhaber waren zwei Enkel und der Opa. Dieser zahlte je Konto ca. 25.000 € ein. Später löste er die Sparkonten auf und behielt das Geld für sich.

Die Klage der Enkel, die Sparguthaben wegen Bereicherung herauszugeben, wies der BGH zurück. Allein die Einrichtung eines Sparkontos auf den Namen einer anderen Person berechtige diese nicht. Entscheidend sei vielmehr, wer gemäß der Vereinbarung mit der Bank der Kontoinhaber werden sollte. Wesentliches Indiz ist, wer das Sparbuch besitzt. Verwiesen wird dabei vom Gericht auf § 808 BGB. Zahlt die Bank an den Sparbuchinhaber aus, wirkt das auch gegenüber dem Kontoberechtigten.

Laut BGH ist es geradezu typisch, wenn Sie in solchen Fällen Sparbücher nicht aus der Hand geben. Daraus wird gefolgert, dass Sie sich Verfügungen über das Sparbuch bis zum Tod vorbehalten wollen. Heben Sie vorher Geld ab, können die Begünstigten es nicht von Ihnen herausfordern (Az. X ZR 264/02).

Veröffentlicht am 30. März 2009