Girokonto: 4 Leistungen, die Sie vor der Eröffnung prüfen sollten

Das Girokonto in Zeiten von Online-Banking und mobilen Bankgeschäften ist zur wichtigsten finanziellen Schaltzentrale geworden. Doch was muss ein gutes Girokonto heute leisten?

Die Zeit, in der Beschäftigte ihren Arbeitslohn in bar – in Form der Lohntüte – erhielten, ist noch gar nicht so lange vorbei. Inzwischen kennt diese Zeit aber kaum noch jemand in der Generation der unter Vierzigjährigen. Den Zahlungsverkehr dominieren längst Instrumente wie: Bank-/Geldkarte, Kreditkarte, E-Wallets oder Mobile Payment. Ohne das Girokonto ist eine Teilhabe an diesen Zahlungsmöglichkeiten nicht denkbar.

Obwohl das Girokonto bis in die Nachkriegsjahre keine wirkliche Rolle gespielt hat, ist dessen Verbreitung inzwischen flächendeckend. Wie viele Girokonten in Deutschland unterhalten werden, lässt sich beispielsweise anhand der Bundesbankstatistiken nachvollziehen. 2009 verzeichnete man hier rund 93 Millionen Girokonten. 2013 war die Anzahl bereits auf mehr als 95 Millionen angestiegen.

Diese 4 Leistungen Ihres Girokontos sollten Sie vor der Eröffnung überprüfen:

  1. die angebotenen Standardfunktionen
  2. Dispokredit und Kreditkarte
  3. angebotene Zusatzleistungen
  4. Kosten und Gebühren

Was macht das Girokonto so wichtig? Und worauf muss der Bankkunde achten, wenn er sich nach einem neuen Konto umsieht?

1. Standardfunktionen des Girokontos

Grundsätzlich handelt es sich beim Girokonto um ein Kontokorrentkonto, welche in erster Linie der Abwicklung des Zahlungsverkehrs dient. Für die Praxis bedeutet dies, dass der Bankkunde gegenüber seiner Bank einen Zahlungsauftrag erteilen kann – die Überweisung auf ein anderes Konto. Gleichzeitig nimmt die Bank für den Kontoinhaber Kapital an – und schreibt dieses als Zahlungseingang gut. Parallel haben Verbraucher die Möglichkeit, über das Guthaben in Form einer Barabhebung zu verfügen.

Diese Grundfunktionalität lockt heute niemanden mehr in eine Filiale. Vielmehr sind in den letzten Jahren diverse Bausteine hinzugekommen.

Dazu gehört:

  • das Lastschriftverfahren
  • die Ausgabe einer Bankkarte
  • das Online-/Telefonbanking

Diese drei Funktionen sind inzwischen Standard in der Kontoführung. Hinzu können weitere Dienstleistungen kommen. Unbedingt erforderlich ist an dieser Stelle, dass ein Girokonto seitens der Bank mit gewissen Sicherheitsfeatures ausgestattet wird – speziell im Hinblick auf den Karteneinsatz und das Onlinebanking.

Zusätzlich muss das Girokonto die Einrichtung von Daueraufträgen erlauben, um beispielsweise die Abwicklung wiederkehrender Zahlungen zu vereinfachen.

2. Dispokredit und Kreditkarte: finanzielle Flexibilität fürs Girokonto

Das Girokonto ist zum wichtigen Instrument geworden, um den gesamten baren und unbaren Zahlungsverkehr abzuwickeln. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind über die Jahre ganz unterschiedliche Funktionen entstanden. Zu den Instrumenten rund um einen flexiblen Zahlungsverkehr gehört auch der Dispositionskredit.

Dieser basiert auf dem Prinzip der Kreditlinie. Seitens der Bank wird mit der Einräumung des Dispos ein Versprechen abgegeben. Der Bankkunde kann das Konto über sein Guthaben hinaus – bis zur Höhe des Dispokredits – belasten. Seitens des Kreditinstituts werden die Zahlungsanweisungen erfüllt. In Bezug auf die Rückzahlung ist der Kunde hingegen flexibel und kann selbst entscheiden, wann er diese in welcher Höhe leistet.

In den letzten Jahren ebenfalls stärker in Erscheinung ist die Kreditkarte getreten. Hierbei handelt es sich um ein speziell im Ausland verbreitetes Zahlungsmittel. Ausgestattet mit einer Kreditlinie, kann der Inhaber mit der Karte:

  • bargeldlos bezahlen
  • Bargeld abheben
  • Kautionen (Mietwagen) hinterlegen

Hinweis: Gerade die Kreditkarte ist ein Zahlungsmittel, das vor allem bei Online-Konten oft in Kombination zur Kontoeröffnung angeboten wird. Aus Kundensicht sind an dieser Stelle unbedingt die Gebühren zu prüfen. Letztere fallen beispielsweise im Zusammenhang mit Auslandsverfügungen, Bargeldabhebungen und Sollzinsen an. Dafür werden Vorteile wie Barabhebungen im Ausland in der jeweiligen Landeswährung sowie zusätzliche finanzielle Flexibilität geboten.

3. Zusatzleistungen – was kann drin sein?

Das Girokonto muss über einen gewissen Umfang an Grunddienstleistungen verfügen. Gängige Praxis seitens vieler Banken ist allerdings die Integration weiterer Leistungen, die im Wettbewerb die entscheidende Nasenlänge Vorsprung gegenüber der Konkurrenz bedeuten sollen. Wie genau diese Zusatzleistungen aussehen, unterscheidet sich von Bank zu Bank.

Gängig ist:

  • die Eröffnung eines Tagesgeldkontos
  • die Einräumung von Sonderkonditionen fürs Aktiendepot
  • die Arbeit mit Bonusleistungen für Kreditkarten usw.

Die Banken entscheiden an dieser Stelle selbst, welche Bonusleistungen zum Girokonto gehören. Ob man diese Zusatzleistungen als Bankkunde tatsächlich braucht, steht auf einem anderen Blatt. Generell sind die Basisleistungen im Vorfeld eingehend zu prüfen. Erst wenn diese stimmen, können die Zusatzleistungen als Bonus mitbewertet werden. Darüber hinaus ist es natürlich auch sehr wichtig, einen Blick auf die Kosten für die Nutzung des Kontos zu werfen.

4. Kosten und Gebühren

Kostenlose Kontoführung – leider haben sich zuletzt immer mehr Banken davon verabschiedet. Ein gutes Beispiel wird auf wdr.de präsentiert. Die Frage nach den Gebühren für das Girokonto stellen sich daher zunehmend mehr Haushalte. Grundsätzlich ist an dieser Stelle zwischen den Fixkosten – in Form monatlicher Kontoführungs- oder Kartengebühren – und variablen Kostenbestandteilen zu unterscheiden. Letztere können sich unter anderem durch:

  • Gebühren für Einzelbuchungen
  • SMS-Transaktionsnummern
  • Postbenachrichtigungen

und vergleichbare Serviceleistungen ergeben. Ebenfalls gängige Praxis ist die Erhebung von Gebühren für:

  • Buchungen am Schalter (beleghafte Buchungen)
  • Anweisungen über das Telefonbanking oder
  • Lastschriftrückgaben.

Grundsätzlich ist der Bankkunde angehalten, den Preisaushang der Kreditinstitute sorgfältig zu prüfen, um Überraschungen aus dem Weg zu gehen.

Hinweis: Bei Online-Girokonten gibt es nach wie vor recht viele Angebote, die komplett ohne eine fixe Kontoführungsgebühr auskommen. Mitunter werden dafür jedoch gewisse Voraussetzungen wie die Nutzung als Gehaltskonto oder ein gewisser monatlicher Mindestgeldeingang gefordert. Auch hier ist ein genauerer Blick durchaus hilfreich. Bei Kontorat wird ein interessanter Überblick über verschiedene Girokonten geboten, sodass Interessenten bequem vergleichen können.


Ob EC, girocard oder Kreditkarte – das Girokonto ist heute immer mit einer oder mehrerer Zahlungskarten ausgestattet.

Fazit: Banking ohne Girokonto – heute nicht mehr denkbar

Ein Alltag ohne Girokonto – für die meisten Haushalte wäre dies nicht denkbar. Schließlich ließe sich so keine Miete mehr überweisen, das Gehalt gibt es wieder in Form der Lohntüte und auch das Onlineshopping würde verschwinden. Gemeinsam mit dem Buchgeld hat das Girokonto unseren Alltag sehr deutlich verändert. Auch wenn es inzwischen fest zum Zahlungsverkehr gehört: Einfach ungesehen sollte kein Haushalt das Konto eröffnen.

Im Gegenteil: Gerade der Blick auf die Gebühren und Leistungen legt nahe, dass auch beim Girokonto ein prüfender Blick auf das Kleingedruckte unliebsame Überraschungen vermeidet. Andernfalls wird aus der vermeintlich kostenfreien Kontoführung schnell ein mehr oder minder tiefes Groschengrab. Mit einem Vergleich verschiedener Angebote lässt sich dies jedoch verhindern.

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Veröffentlicht am 14. Januar 2016