Geldanlage: Banken müssen die Wahrheit sagen

Dieses Urteil ist Hoffnung für viele geprellte Anleger: Der Bundesgerichtshof (Az: XI ZR 56/05) hat jetzt entschieden, dass Banken ihre Kunden darüber aufklären müssen, dass sie für die Vermittlung von Geldanlagen Provisionen bekommen. Hintergrund sind sogenannte Kick-back-Zahlungen, bei denen die Bank einen Teil des vom Kunden gezahlten Ausgabeaufschlags und einen Anteil an den Verwaltungsgebühren als Provision erhält.

Diese Geschäfte können die Banken jetzt teuer zu stehen kommen. Denn in dem Urteil hat der Bundesgerichtshof klargestellt, dass diese Praxis Schadensersatzansprüche auslösen könnte. Eine Chance auf Schadensersatz haben alle Käufer von Fonds, Zertifikaten, Lebensversicherungen oder sonstigen Geldanlageprodukten, die nach Beratung durch eine Bank die empfohlenen Produkte gekauft haben und wo der Verkäufer im Anschluss daran eine Provision bekommen hat, ohne den Kunden darüber zu informieren.
Tipp: Bei einer Falschberatung durch Ihre Bank sollten Sie eventuelle Ansprüche jetzt kurzfristig klären lassen, da die Verjährungsfrist unter Umständen nur 3 Jahre beträgt, nur bei einem vorsätzlichen Verschweigen von Kick-back-Zahlungen beträgt die Verjährungsfrist 30 Jahre.
Veröffentlicht am 25. Mai 2007