Die Vermögensstruktur entscheidet über die Rendite

Die meisten Anleger versuchen, durch das „Picking“, also dem gezielten Heraussuchen von bestimmten Aktien oder Fonds, die Wertentwicklung entscheidend zu beeinflussen. Dabei verbringen Sie sehr viel Zeit damit, die erfolgversprechenden Papiere zu identifizieren. Wissenschaftliche und finanzmathematische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Performance nicht über enzelne Titel gesteuert wird, sondern mittel- bis langfristig die Vermögensstruktur den Ausschlag gibt.

In langjährigen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Wertentwicklung des Gesamtvermögens primär durch die Vermögensstruktur, also die Aufteilung auf die verschiedenen Anlageklassen und -formen beeinflusst wird. Vereinfacht gesagt, wird die Rendite "vor dem Komma" dadurch definiert, wieviel meines Vermögens ich in Aktien, wieviel in Immobilien, Anleihen, Rohstoffen und Beteiligungen angelegt habe. Die Auswahl der einzelnen Aktien (Daimler oder doch lieber Microsoft?) und Fonds sowie das "timing" (kaufe ich jetzt oder später?) bestimmen in der langfristigen Betrachtung lediglich die Rendite "hinter dem Komma".

Wenn ich etwa die Hälfte meines Vermögens in Aktien und die andere Hälfte in erstklassigen Anleihen angelegt habe, dann kann ich langfristig mit rund 6% Rendite p.a. rechnen, zeigen Aktien in der langfristigen Betrachtung erfahrungsgemäß rund 8% p.a. Performance, Anleihen dagegen etwa 4-5% p.a.. Durch die "Beimischung" von weiteren Anlagen kann das Ergebnis weiter verstetigt werden, insbesondere wenn diese Anlagen eine geringe Abhängigkeit von den Aktien- und Zinsmärkten haben.

Habe ich ein Renditeziel von 8% p.a. vor Augen, könnte ich beispielsweise mein Vermögen in Aktien anlegen. Ich muss jedoch damit rechnen, dass mein Vermögen zwischenzeitlich erheblichen Schwankungen unterliegt und ich im Zweifel deutliche Verluste verbuchen muss. Eine Anlage von 50% Aktien und 50% Anleihen würde etwas mehr Stabilität in mein Vermögen bringen, wie oben gezeigt jedoch lediglich 6% p.a. erwarten lassen. Ich könnte jedoch renditestarke Anlagen, die eine geringe Korrelation ( Gleichlauf) mit Aktien und Anleihen aufweisen, beimischen. So wird mein Gesamtvermögen wieder eine etwas höhere Rendite erwirtschaften, durch die geringe Abhängigkeit der Anlagen untereinander zusätzlich mehr Stabilität erhalten.

In Abwandlung des o.g. Beispieles könnte ich 50% meines Vermögens in Aktien zu 8% p.a. anlegen, 25% in Anleihen zu 4% p.a. und weitere 25% in Private Equity-Anlagen, die in nicht börsennotierte Unternehmen investieren und rund 10-12% p.a. erwarten lassen, investieren. In der Summe käme ich auf die angestrebte Ziel-Rendite von etwa 8% p.a. .

Bitte berücksichtigen Sie, dass es sich hierbei lediglich um eine beispielhafte Rechnung handelt. Eine konkrete Anlageempfehlung ist daraus nicht abzuleiten. Die für Sie sinnvolle und passende Vermögensstruktur diskutieren und erarbeiten Sie bitte mit einem fachkundigen und vertrauensvollen Vermögensberater.

Veröffentlicht am 4. August 2008
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