Die Reichsmark von 1924 bis 1948

In der Themenreihe „Vom Tauschhandel bis zum Euro“ wurde Ihnen im dritten Teil der Serie die Einführung des Papiergeldes vorgestellt, die insbesondere bei hohen Summen eine sehr große Handelserleichterung darstellte. Da in Deutschland das Papiergeld jedoch mit der großen Depression 1923 seine Funktion als Zahlungsmittel wieder verloren hatte, wurde nach einer Lösung gesucht: Die Reichsmark war geboren.

Gesetzliche Gold-Deckung ermöglichte Vertrauen in Reichsmark
Um dem Papiergeld wieder die Funktion des anerkannten Zahlungsmittels zurückzugeben, musste das Vertrauen in die Papierwährung zurückgewonnen werden. Das konnte jedoch nur erreicht werden, wenn gesetzlich garantiert werden kann, dass dem Papiergeld ein Wertanspruch zugrunde liegt, der auch einklagbar ist.

So wurde am 30. August 1924 die Reichsmark eingeführt und eine fiktive Golddeckung von 1/2790 kg Feingold gesetzlich zugeordnet, was auch der Vorkriegs-Gold-Deckung entsprach. Auch wenn die Reichsmark gegenüber ihrem Vorgänger „Goldmark“ einige Mängel aufwies, konnte sich die Reichsmark zunächst behaupten.

Der Untergang der Reichsmark
Das änderte sich jedoch Mitte der 1930er-Jahre, als das nationalsozialistische Regime zur Finanzierung der Aufrüstung die Geldmenge enorm ausweitete. Wieder stieg die Inflation durch den Vertrauensverlust in die Währung. Bereits kurz nach dem Kriegsausbruch begannen die Bürger, trotz Verbots, 2 und 5 Reichsmark-Stücke zu horten, da diese einen hohen Silberanteil besaßen.

Während des Krieges verlor die Reichsmark immer mehr an Bedeutung, da die Preisfindungs-Funktion des Geldes durch Inflation und Preisfestsetzungen blockiert wurde. Zum Kriegsende besaß die Reichsmark nur noch eine sehr geringe Kaufkraft. Das Geldvolumen wurde massiv ausgeweitet und große Vermögen des Staates wurden durch den Krieg zerstört.

Nach gut 20 Jahren war die Reichsmark, wie viele andere vorherige Papier-Währungen, fast wertlos. Erst mit der Einführung der D-Mark kam eine lange, relativ stabile Währungs-Phase.

Veröffentlicht am 18. Februar 2011