Im Urlaub immer flüssig: die optimale Reisekasse

„Ich sitze hier am Mittelmeer und habe keine Mittel mehr“: Damit der Postkarten-Gruß des Urlaubers nicht derart bekümmert ausfällt, sollte vor dem Start in die Ferne die Reisekasse sorgfältig zusammengestellt werden. Dabei sollten Urlauber auch an die Gebühren denken.

Bargeld
Umgerechnet 100 bis 200 Euro reichen meist aus, um den Bedarf der ersten Tage zu decken, etwa für das Taxi am Flughafen. Geht die Reise in ein Land der Eurozone, so ist kein Umtausch mehr notwendig.

Befindet sich das Urlaubsziel dagegen im außereuropäischen Ausland, so ist ein Blick auf den aktuellen Wechselkurs ratsam: Geht es in ein Land mit "schwacher" Währung (z. B. Türkei, Nordafrika oder Südamerika), so ist der Umtausch vor Ort günstiger. Befindet sich das Urlaubsziel dagegen in der Schweiz oder in Skandinavien, also in Ländern mit eher "harter" Währung, tauscht der Urlauber sein Bargeld besser zu Hause um.

Maestro-Karte
Zu jeder Grundausstattung der Urlaubskasse gehört die Maestro-Karte (früher EC-Karte). Mit ihr können die Urlauber an über 900.000 Geldautomaten in mehr als 100 Ländern Geld abheben. Zudem kann sie zum Bezahlen, z. B. in Kaufhäusern, an rund acht Millionen elektronischen Kassen benutzt werden. Geschäfte oder Tankstellen, die Maestro-Karten akzeptieren, sind an dem Aufkleber mit dem Maestro-Zeichen (zwei rot-blaue Kugeln) zu erkennen.

Innerhalb der Eurozone sind Einkäufe gebührenfrei, außerhalb berechnen Geldinstitute meist ein Prozent vom Umsatz. Will sich der Urlauber Bares am Geldautomaten ziehen, so sollte er das bei einer Zweigstelle seines kontoführenden Instituts tun. Dann werden ihm keine Gebühren berechnet. Bei einem fremden Institut dagegen kostet die Abhebung teilweise bis zu fünf Euro.

Tipp: Viele Banken haben im Ausland Kooperationspartner, bei denen die Geldautomaten-Nutzung kostenfrei möglich ist. "Es lohnt sich deshalb, vor der Abreise nachzufragen, wo es Partner-Banken gibt", sagt Uwe Döhler, Geld-Experte bei der Stiftung Warentest.

Kreditkarten
Vor allem im außereuropäischen Ausland sind Kreditkarten hilfreich, denn damit kann der Urlauber an über 20 Millionen Akzeptanzstellen auf allen Kontinenten bezahlen – innerhalb der Eurozone gebührenfrei. Ansonsten fällt je nach Anbieter eine Gebühr von ein bis zwei Prozent der Kaufsumme an.

Wesentlich kostspieliger sind Kreditkarten dagegen beim Bargeldabheben am Geldautomaten. Hierbei kassieren die Kartenherausgeber zwei bis vier Prozent der abgehobenen Summe, mindestens jedoch 2,50 Euro, manchmal sogar mehr als fünf Euro. Hinzu kommt noch in Ländern außerhalb der Euro-Zone eine Umrechnungsgebühr von ein bis zwei Prozent. "Auf Grund der hohen Gebühren sollten Bargeldabhebungen mit der Kreditkarte nur in Ausnahmefällen getätigt werden", so Döhler.

Reiseschecks
In Ländern, in denen die Akzeptanz von Kreditkarten noch nicht sehr hoch ist (z. B. Osteuropa) sind Reiseschecks empfehlenswert. Sie werden über die Hausbank gekauft und lauten auf die Landeswährung. Beim Kauf ist in der Regel eine Gebühr von einem Prozent des Gesamtbetrages zu entrichten. Kurs und Provision beim Einlösen der Schecks, entweder bei Verwendung der Schecks als direktes Zahlungsmittel oder bei der Bargeldbeschaffung bei einer Bank, sind abhängig vom Reiseland und der Akzeptanzstelle.

In den USA zum Beispiel werden Reiseschecks wie Bargeld behandelt, es fallen also beim Einlösen keine Gebühren an. Nicht verbrauchte Reiseschecks können nach dem Urlaub gegen Gebühr in die Heimatwährung zurückgetauscht oder für den nächsten Urlaub aufgehoben werden.

Ein Vorteil von Reiseschecks: die Sicherheit. Bei Diebstahl oder Verlust erhalten die Urlauber innerhalb von 24 Stunden kostenlosen Ersatz. 

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Veröffentlicht am 5. Juli 2011
Autor
Andreas Kunze