BWL-Wissen: Was ist eigentlich Bankenliquidität?

Durch die Bankenkrise in den USA und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, ist in den Nachrichten immer von „Bankenliquidität“ die Rede. Was bedeutet Bankenliquidtät für deutsche Banken eigentlich? Hier können Sie Ihr BWL-Wissen auffrischen!

„Bankenliquidität" bezeichnet alle Mittel, die Banken zur Sicherung ihrer Zahlungsfähigkeit benötigen. Dies sind grundsätzlich alle Aktiva, also die wesentlichen Vermögensgegenstände des Umlauf- und des Anlagevermögens, die jederzeit in Zahlungsmittel umgetauscht (liquidiert) werden können. Hierzu gehören insbesondere börsengehandelte Wertpapiere und Guthaben bei anderen Kreditinstituten.

Das Bankensystem als Ganzes kann jedoch nicht mit Forderungen der Banken untereinander zahlen, sondern nur mit Zentralbankgeld. Das ist das Guthaben einer Bank bei der Deutschen Bundesbank (Zentralbank) oder das Bargeld, das von der Zentralbank an die Bank ausgegeben wurde.

Das heißt: Zur gesamtwirtschaftlich relevanten Liquiditätsausstattung der deutschen Banken gehören daher lediglich ihre aktuellen Bestände an Zentralbankguthaben und Kassenmittel zuzüglich eventueller Guthaben, die sie bei der Europäischen Zentralbank insbesondere durch ungenutzte Rediskontkontigente haben.

Das ist das Höchstvolumen an Währungseinheiten, das der jeweiligen Bank durch den Verkauf von Wechseln zur Verfügung steht.

Veröffentlicht am 31. Oktober 2008