Altersvorsorge: Lohnt sich Fondssparen noch?

Wer in den vergangenen Jahren mit Aktienfonds gespart hat, der hat daran wenig Freude gehabt. Vielfach kam der Sparer, wenn überhaupt, nur auf ein mageres Plus. Lohnen sich Aktienfonds überhaupt noch? Die Targobank hat Argumente dafür und dagegen zusammengestellt.

Gerade mal 0,7 Prozent: So dürftig war die Rendite in den vergangenen 10 Jahren bei einem europäisch anlegenden Aktienfonds, der regelmäßig bespart wurde. Bei einem global anlegenden Aktienfonds waren es 1,6 Prozent p.a.

Wirklich besser sah es laut den Zahlen des Branchenverbandes BVI (Stichtag 31.03.12) bei einem nur in Deutschland anlegenden Aktienfonds aus: Die Rendite lag in den vergangenen 10 Jahren zumindest bei 4,8 Prozent, wobei die Kosten berücksichtigt sind. Das hätte aber auch mancher Sparbrief geschafft. Sind Aktienfonds das Risiko wert?

Hier können Sie die Tabelle Aktienfonds-Sparpläne: So viel brachten sie in der Vergangenheit herunterladen. 

Was gegen Aktienfonds spricht

Steuervorteil: Seit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 müssen realisierte Kursgewinne versteuert werden, wenn sie über dem Sparer-Freibetrag (801 Euro p.a. Alleinstehende, 1602 Euro p.a. Verheiratete) liegen. Bei bis Ende 2008 gekauften Fondsanteilen waren (und sind) realisierte Kursgewinne steuerfrei, wenn die Fondsanteile mindestens ein Jahr lang gehalten wurden. Mit dem Verlust des Steuervorteils ist ein gutes Argument für Investmentfonds entfallen.

Index-Entwicklung: Viele Investmentfonds erreichen nicht die Wertentwicklung des Vergleichsindex. Bei einem Aktienfonds Deutschland mit großen Unternehmen wäre der Vergleichsindex zum Beispiel der Dax30. Ein Anleger könnte als Alternative ein Dax30-Zertifikat wählen, dass eins zu eins die Entwicklung des Dax30 mitmacht.

Kosten: Die Verwaltung eines Aktienfonds kostet teilweise über zwei Prozentpunkte per anno. Hat ein Fonds zum Beispiel sechs Prozent Rendite erwirtschaftet, so bleiben bei zwei Prozentpunkten Verwaltungskosten nur vier Prozent übrig.

Was für Aktienfonds spricht

Langfristigkeit: Ein Aktienfonds ermöglicht es, langfristig über 30 Jahre und mehr mit kleinen Beträgen zu sparen. Eine begrenzte Laufzeit wie etwa bei einem Sparbrief oder einem Zertifikat gibt es bei den typischen Aktienfonds nicht. Auf lange Sicht sind auch die Sparplan-Ergebnisse deutlich besser. Ein Aktienfonds Deutschland erzielte laut BVI über 35 Jahre immerhin 7,3 Prozent p.a., ein global investierender Aktienfonds 6,5 Prozent p.a.

Flexibilität: Ein Aktienfonds-Anleger kann jederzeit seine regelmäßigen Einzahlungen erhöhen, senken oder ganz pausieren, ohne dass dafür zusätzliche Kosten anfallen. Wer möchte, kann von einem Tag auf den anderen seine gesamten Anteile zurückgeben und sich auszahlen lassen. Eine solche Flexibilität ist bei anderen Geldanlagen teilweise gar nicht möglich oder mit Kosten verbunden.

Streuung: Das Geld in einem Aktienfonds wird auf viele verschiedene Werte verteilt. Selbst wenn ein einzelnes Unternehmen pleitegehen würde, hätte das nur geringfügige Auswirkungen auf das Fondsvermögen. Die große Streuung bewirkt zudem, dass in Abwärtsphasen die Verluste häufig geringer sind als beim Vergleichsindex.

Das Fazit der Targobank: Die vergangenen zehn Jahre waren außergewöhnlich turbulente Jahre an den Kapitalmärkten und haben die Renditen vor allem der Aktienfonds im Schnitt nach unten gezogen. Langfristig bleibt Sparen mit Aktienfonds eine bequeme, sichere und ertragreiche Anlage. Kosten und Wertentwicklung sind transparent wie bei kaum einer anderen Geldanlage und sollten vor der Kaufentscheidung gründlich geprüft werden.

Veröffentlicht am 30. April 2012
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