Geldanlage

Aktienanleihen: Hohe Zinsen, hohe Risiken

Aktienanleihen: Hohe Zinsen, hohe Risiken
geschrieben von Jörgen Erichsen

In der aktuellen Niedrigzinsphase suchen viele Anleger nach Möglichkeiten, ihr Geld nicht auf dem Sparkonto „versauern“ zu lassen. Eine scheinbar risikoarme Alternative zu Sparbuch und Co. sind Aktienanleihen mit einer Verzinsung von oft 7 Prozent und mehr. Das Wort „Anleihe“ verspricht Sicherheit und viele Sparer nehmen nur die hohe Verzinsung wahr und blenden die Nachteile aus.

Dabei gibt es bei Aktienanleihen Besonderheiten zu beachten und auch die Risiken sind nicht zu vernachlässigen. Aktienanleihen funktionieren nach folgendem grundlegenden Prinzip: Der Emittent, meist eine Bank, legt eine Anleihe mit einer Verzinsung von z. B. 7% auf eine Aktie – etwa Daimler, Siemens oder BASF – auf. Die Laufzeiten betragen meist bis zu einem Jahr. Die Stückelungen belaufen sich i. d. R. mindestens auf 1.000 Euro. Der Anleger erhält am Ende der Laufzeit in jedem Fall die 7 % Zinsen auf die Summe, die er investiert hat.

Der Haken ist, dass er sein eingesetztes Geld nur dann vollständig zurückbekommt, wenn der Kurs der Aktie, der der Anleihe zu Grunde liegt, einen bestimmten Wert, den Basispreis – z. B. 50,00 Euro – nicht unterschreitet. Sinkt der Kurs unter den festgelegten Basispreis, erhält der Anleger eine entsprechende Anzahl Aktien, was dazu führt, dass der Anleger Aktien bekommt, deren Kurswert zum Zeitpunkt des Umtausches nicht 1.000 sondern weniger Euro ausmacht.

Beispiel: Eine Aktienanleihe auf BASF mit einer Laufzeit von 1 Jahr bringt 7 % Zinsen. Die Stückelung beträgt 1.000 Euro, der Basiskurs 71,43 Euro. Unterschreitet der Kurs von BASF am Ende der Laufzeit 71,43 Euro, so erhält der Anleger 14 Aktien von BASF (1.000 Euro / 71,43 Euro), ansonsten bekommt er sein eingesetztes Kapital zurück. Die Zinsen in Höhe von 70 Euro werden in jedem Fall gezahlt. Steuern und Gebühren bleiben unberücksichtigt.

Am Stichtag liegt der Kurs bei 68,25 Euro. Der Anleger bekommt also 14 Aktien mit einem Gesamtwert von 955,50 Euro in sein Depot gebucht. Rechnerisch sinkt die Verzinsung also auf nur noch 25,50 Euro (70 Euro Zinsen und Differenz aus 1.000 – 955,50 Euro).

Zugreifen lohnt nur, wenn man von Basisinvestment überzeugt ist

Aktienanleihen sind daher im Prinzip nichts anderes als Kurswetten und eigentlich keine echte sichere Geldanlage für Privatanleger, weil niemand wissen kann, wie sich der Kurs einer Aktie bis zum Ende der Laufzeit entwickelt. Würde der Aktienkurs im Beispiel noch weiter gefallen sein, z. B. auf 63 Euro, hätte der Anleger sogar einen Verlust von 48 Euro erzielt (1.000 Euro – 14 * 65 Euro + 70 Euro Zinsen). Zumindest, wenn er die Aktie wieder verkaufen will oder muss.

Aktienanleihen eignen sich daher vor allem für Anleger, die grundsätzlich bereit sind, auch ohne Anleihe in die zu Grunde liegende Aktie zu investieren, weil sie z. B. von den Langfristperspektiven des Unternehmens überzeugt sind und sie nicht auf das investierte Geld angewiesen sind und daher auch warten können, bis der Kurs (hoffentlich) wieder steigt.

Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, sollte von Aktienanleihen Abstand nehmen. Grundsätzlich gilt, dass das Basisinvestment die Kriterien von Qualitätsaktien (u. a. langfristig steigende Kurse und Gewinne, Zugehörigkeit zu großen Indizes, solide zukunftsträchtige Branche), erfüllt. Damit ist zwar auch das Risiko von Kursrückgängen nicht ausgeschlossen, aber es ist erheblich geringer als z. B. von Unternehmen, deren Kurse oder Gewinne überproportional schwanken.

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Jörgen Erichsen

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