Aktienanlage – Was bedeutet Wachstumsschwäche in China für Anleger?

Wie Wachstumsschwäche in China ist für Ihre AKtienanlage gar nicht so bdrohlich, wie Sie denken.

Neben der Ölpreisentwicklung ist China für viele Börsianer und Anleger ein Thema, mit dem man sich aktuell häufig befasst. Das Wachstum in China ist gegenüber früherer Jahre zumindest deutlich zurückgegangen und viele Aktionäre befürchten schon, dass diese Entwicklung Wirtschaft und Börsen in den Abgrund reißt. Wie sollen sich Anleger jetzt verhalten?

China ist inzwischen die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und glänzte in den letzten Jahren stets mit Wachstumsraten von mehr als 9 %, in der Spitze sogar 14 % Prozent. Ein nahezu unglaublicher Wert, wenn man die Zahlen aus westlichen Industrienationen sieht. Sie bewegen sich in guten Phasen lediglich zwischen etwa 1,5 und 3,0 %.

Wachstumsschwäche in China

In China sind die Wachstumszahlen seit einiger Zeit rückläufig und liegen aktuell "nur" noch bei rund 6,5%. Experten und vor allem Skeptiker glauben, dass die Werte sogar noch niedriger liegen und die Wachstumsraten zumindest leicht geschönt sind.

Schon als die ersten niedrigeren Raten im letzten Jahr bekannt wurden, ist es zu relativ großen Rückgängen bei den Börsenkursen, auch in der westlichen Welt gekommen. Und die weiter niedrigeren Wachstumszahlen sind ein Hauptgrund für den Fehlstart von DAX, Dow und Co. in diesem Jahr. Der DAX hat sogar alle Gewinne aus 2015 wieder abgeben müssen. Vielleicht spielen Sie daher, wie viele Börsianer auch mit dem Gedanken, jetzt Ihre Aktien zu verkaufen, um nicht noch mehr Verluste zu erleiden.

Trotz der Wachstumsschwäche sollten Sie nicht übereilt handeln

Bevor Sie dies umsetzen, sollten Sie sich die Zeit nehmen und mit kühlem Kopf die Lage analysieren: Niemand kann allen Ernstes davon ausgehen, dass ein Land ewig mit solchen Raten wachsen kann. Eine Verlangsamung – und um nichts anderes handelt es sich hier – ist normal und am Ende sogar gesund.Und selbst wenn die Wachstumsraten noch weiter fallen, fällt das absolute Wachstum höher aus, da es von einer gestiegenen Basis aus gemessen wird.

An den insgesamt günstigen Rahmenbedingungen hat sich kaum etwas geändert; schließlich wollen die Chinesen ihren Wohlstand weiter steigern und arbeiten kräftig an diesem Ziel.

Was die Lage weiter belastet, ist die Tatsache, dass viele Anleger in China Aktien nicht als langfristige Anlage sehen, sondern eher spekulieren. Auch das trägt nicht unerheblich zu der unruhigen Lage bei.

Wie Sie als Anleger während der Wachstumsschwäche in China am besten investieren

Natürlich kann es vor dem Hintergrund der zahlreichen Krisen, nicht nur in China, mit den Kursen vorerst noch weiter nach unten gehen. Dennoch zeigt die Erfahrung vieler Jahrzehnte, dass auf jede Krise eine Erholung folgt, die die Verluste überkompensiert. Die Frage ist, wann diese einsetzt, und ob man dann als Anleger dabei ist.

Das Problem ist, dass man weder weiß, wie weit es runter geht, noch, wann die Kurse nachhaltig steigen. Daher ist langfristiges Denken und Handeln so wichtig. Und das funktioniert nur, wenn Sie Papiere sehr guter Unternehmen besitzen und an ihnen festhalten. Wenn Sie bereits Qualitätstitel gekauft haben und von "Ihren" Unternehmen weiter überzeugt sind, sollten Sie tendenziell weiter investiert bleiben und ggf. sogar zukaufen, um beim nächsten Anstieg überproportional zu partizipieren.

Wenn Sie noch überlegen, ob Sie einsteigen sollen, können Sie die aktuelle Schwächephase nutzen, um dies zu tun, auch wenn es etwas Mut erfordert, gegen den Strom zu schwimmen und zumindest kurzfristig weitere Kursrückgänge hinzunehmen.

Wenn Sie der Ansicht sind, dass die Kurse noch weiter fallen können, sollten Sie überlegen, ob Sie nur einen Teil Ihres Geldes investieren, und den Rest zu einem späteren Zeitpunkt anlegen, wenn es vermeintlich günstiger ist. Wichtigste Grundregel ist, dass Sie ausschließlich auf Aktien bester Unternehmen setzen, die immer wieder bewiesen haben, dass sie am Markt erfolgreich sind.

Veröffentlicht am 10. März 2016