Aktienanlage – Mit Nebenwerten zu mehr Profit?

Wie Sie mit Nebenwerten auch Ihr Geld verdienen können.

Als Nebenwerte werden Aktien von Unternehmen bezeichnet, die nicht in einem großen Index wie Dow-Jones oder DAX, sondern in kleineren Indizes wie dem M- oder S-DAX gelistet sind. Charakteristisch für Nebenwerte ist, dass sie einen geringen Börsenwert und oft auch nur relativ geringe Umsätze haben. Lohnt sich ein Investment für Anleger dennoch? Und worauf muss man dann beim Kauf achten?

Viele Anleger scheuen den Kauf von Nebenwerten allerdings, weil sie noch höhere Schwankungen als bei Standardwerten und zu geringe Marktanteile kleiner Unternehmen befürchten. Doch die letzten Jahre haben gezeigt, dass man auch mit Unternehmen "aus der zweiten Reihe" gutes Geld verdienen kann. Beispielsweise hat sich der M-DAX besser als sein großer Bruder DAX entwickelt. Ein Grund für das oft bessere Abschneiden kleinerer Werte ist, dass die Unternehmen attraktive Nischen gefunden haben und dort oft Marktführer sind. Beispiele für seit Jahren erfolgreiche Nischenanbieter sind die Unternehmen Fuchs Petrolub (Spezialschmierstoffe), Krones (Maschinenbauer) oder die Indus Holding, die sich seit Jahrzehnten erfolgreich an mittelständischen Unternehmen beteiligt.

Wichtig: die Nennung von Unternehmen stellt ausdrücklich keine Kaufempfehlungen dar, sondern dient dazu, die Ausführungen zu verdeutlichen.

Warum zögern vor allem Privatanleger noch, aussichtsreiche Werte aus der zweiten Reihe zu kaufen? Ein Faktor ist sicher, dass es neben den schon genannten Gründen, sehr viel mehr Mühe und Zeit kostet, sich umfassend zu informieren und die Unternehmen zu analysieren. Selbst Profis haben hier häufig Defizite und raten daher zu Werten aus DAX und Co. Und natürlich sind die Risiken auch oft höher als bei großen Unternehmen.

Schon relativ geringe Schwankungen im Tagesgeschäft können zur Folge haben, dass Umsatz und Gewinn einbrechen oder Liquiditätsprobleme auftreten. Vorteilhaft ist hingegen, dass viele Unternehmen aus der zweiten Reihe von Eigentümern geführt werden, die auch oft die Mehrheit an der Gesellschaft besitzen. Dadurch ist sichergestellt, dass man sich stärker als bei Konzernen an langfristigen Zielen und Strategien ausrichtet und weniger auf die Güte der nächsten Quartalszahlen schielt. Wer in Nebenwerte investieren möchte, sollte daher die gleichen Kriterien anlegen wie bei der Auswahl von Großunternehmen: langfristig steigende Kurse, Umsätze, Gewinne und Dividendenzahlungen, ein verständliches Geschäftsmodell und Zugehörigkeit zu schwankungsarmen Branchen.

Am besten ist es natürlich, das Unternehmen ist Marktführer in seinem Segment, was bei kleineren Unternehmen relativ häufig vorkommt, und die Produkte sind für viele Kunden unentbehrlich. Damit ist auch die Gefahr von großen Schwankungen oder gar Einbrüchen relativ niedrig. Wer keine Zeit hat, sich mit der Auswahl von Nebenwerten zu befassen, kann auch hier einen Indexfond (ETF) wählen, der ihm die Arbeit zu geringen Kosten abnimmt. Und um das Risiko weiter zu begrenzen, sollte man nur etwa 10-15 % seines Aktienkapitals in Nebenwerte investieren.

Veröffentlicht am 23. August 2016