Aktienanlage – Lohnt sich der Kauf von Rückversicherern?

Im folgenden Artikel erfahren Sie, ob sich der Kauf von Rückversicherern wirklich lohnt und welche Alternativen es gibt.

An der Börse gibt es zahlreiche Unternehmen, die sich auf bestimmte Geschäftsfelder spezialisiert haben, so z.B. auch Rückversicherungskonzerne. Die Fokussierung auf ausgewählte Aufgaben hat Vor- und Nachteile. Aktionäre profitieren vor allem vom Spezialwissen der Betriebe, es gibt aber auch Risiken. So auch bei Rückversicherern.

So genannte Rückversicherungskonzerne oder Rückversicherer haben die Aufgabe, einen Teil von Schäden bei einem Erstversicherer zu übernehmen, um dessen Zahlungen zu begrenzen. Beispiel: die Allianz AG ist ein so genannter Erstversicherer, der für Privatpersonen und Unternehmen Risiken versichert. Erstversicherer haben aber oft mit hohen Schadenssummen zu tun, z.B. wenn Zahlungen nach großen Unfällen oder Naturkatastrophen fällig werden. Um hier die eigenen Schadenszahlungen zu begrenzen und somit einen zu starken Gewinnrückgang zu riskieren, schließen Erstversicherer mit Rückversicherern Vertrage ab, um sich von einem Teil der Risiken zu entlasten.

Je nach Schadensentwicklung in einzelnen Jahren schwanken nicht nur die Ergebnisse von Erstversicherungsunternehmen, sondern auch die der Rückversicherer. Auf gute Jahre folgen schlechte Jahre; es kommt zu mehr oder weniger großen Schwankungen im operativen Geschäft und somit auch beim Gewinn und der Dividende. Häufig entstehen zumindest in einzelnen Geschäftsjahren auch Verluste.

Lohnt sich der Kauf von Rückversicherern wirklich?

Die Schwankungen im Geschäftsverlauf zeigen sich auch in der Kursentwicklung und der Dividendenzahlung. Beispielsweise stand die Aktie der Münchner Rück im Jahr 2000 bei rund 390 Euro und markierte das bisherige Allzeithoch. Aktuell steht der Kurs bei etwa 180 Euro, die Dividende hat sich in den letzten Jahren zwar nach oben entwickelt, aber nur in sehr kleinen Schritten. Auch bei anderen Rückversicherern wie der Hannover Rück sind diese Schwankungen zu verzeichnen. Die Dividende ist in den letzten Jahren schon mal ausgefallen oder sie wurde gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Anleger, die an einer langfristig konstanten Kursentwicklung sowie von regelmäßigen gleichbleibenden oder sogar steigenden Dividendenzahlungen interessiert sind, sollten daher eher einen Bogen um Aktien von Rückversicherern machen oder nur kleine Positionen beimischen. Attraktiver ist oft der Kauf von Erstversicherern, die sich in stabilen Marktsegmenten bewegen, wie es u. A. bei Aflac oder Prudential der Fall ist. Aflac beispielsweise ist ein führender Anbieter von Krankenzusatzversicherungen und Lebensversicherungen, und ist in zahlreichen Wachstumsmärkten weltweit aktiv. Der Kurs ist in den letzten etwa 20 Jahren von ungefähr 8 auf aktuell rund 50 Dollar gestiegen.

Hinweis: die Nennungen der Unternehmen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich dazu, die Zusammenhänge und mögliche Folgen aufzuzeigen.

Veröffentlicht am 27. Mai 2016