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Aktienanlage – Liefert der DAX Aktionären falsche Informationen?

Der DAX oder der Deutsche Aktienindex bietet vielen Anlegern wichtige Orientierung. Im DAX werden – wie in anderen Indizes auch – die größten Aktiengesellschaften eines Landes, eines Segments oder einer Region zusammengefasst. Die Entwicklung des Index ist also ein Hinweis darauf, wie gut sich ein Aktienmarkt insgesamt entwickelt. Doch beim DAX müssen Anleger eine Besonderheit beachten.

Denn der DAX ist, anders als die meisten anderen großen Aktienindizes, ein sogenannter Performance-Index. Das heißt, er bildet nicht nur ab, wie sich die Kurse der in ihm enthaltenen Unternehmen entwickeln, sondern er bezieht zusätzlich die gezahlten Dividenden in die Indexentwicklung mit ein. Die Ausschüttungen werden zwar von den Aktienkursen abgezogen, gleichzeitig aber wieder in den Index eingerechnet.

Es wird also quasi so getan, als ob die Ausschüttungen in die Aktien des jeweiligen Unternehmens vollständig reinvestiert werden, was in der Praxis natürlich nicht vorkommt. Die meisten Aktionäre kassieren erst einmal die Dividende und verwenden sie nach ihren eigenen Vorstellungen. Reinvestiert wird i.d.R. nur ein kleiner Teil in neue Käufe.

Im Laufe der Jahre wird der Anteil der Indexentwicklung, der auf Dividendenauszahlungen zurückzuführen ist, daher immer größer. Aktuell ist es so, dass etwa 6.000 Punkte des DAX alleine durch die bisher ausgeschütteten Dividendenzahlungen zustande gekommen sind. Und nur der Rest des Wertes, im Moment etwa 5.000 Punkte, auf "echte" Kurssteigerungen.

Die meisten anderen Aktienindizes sind als sogenannte Kursindizes – auch Preisindex genannt –- konzipiert. Das trifft u. a. auf den Dow-Jones, den EURO-STOXX 50, den Nikkei 225, den FTSE 100 und den CAC 40 zu. Sie bilden nur den Kursverlauf der in dem jeweiligen Index enthaltenen Aktien ab. Die Dividendenzahlungen werden bei dieser Form der Indexbildung nicht berücksichtigt. Im Prinzip ist es so, dass Kursindizes dem Anleger ein realistischeres Bild von der Entwicklung am Aktienmarkt liefern.

Wer z. B. einen Blick auf die langfristige Entwicklung des Kursindex des DAX wirft, wird sehen, dass der Index seinen Höchststand, den er im Jahr 2000 hatte (der Kursindex belief sich auf rund 6.000 Punkte) erst vor ein paar Wochen wieder erreicht hat. Und das, obwohl die im DAX vertretenen Unternehmen insgesamt heute so viel verdienen wie noch nie in ihrer Geschichte.

Weil aber viele Aktionäre nur auf den regelmäßig publizierten Performance-DAX sehen und nicht auf den Kursindex, lassen sie sich u. U. eher vom Aktienkauf abhalten, da sie fälschlicherweise davon ausgehen, dass sich die Kurse im Schnitt in den letzten Jahren schon fast verdoppelt haben. Nur wer auf den Kursindex schaut, kann erkennen, dass dies nicht der Fall ist. Und wer die Entwicklung des DAX mit anderen Indizes wie dem Dow-Jones vornehmen möchte, sollte das mit dem DAX-Kursindex tun, da er sonst ein falsches Bild bekommt.

Der Performance-Index ist aber für Anleger dennoch wichtig. Denn er zeigt, in welchem Umfang die Dividenden im Laufe der Zeit zum Gesamtertrag von Aktionären betragen. Denn die Dividendenzahlungen werden häufig nach wie vor unterschätzt und viele Aktionäre sind immer noch der Auffassung, dass sie vor allem mit Kurssteigerungen Gewinne erzielen können. Das dies nicht der Fall ist, zeigt das oben genannte Beispiel des DAX-Performance-Index, dessen Wertentwicklung zu rund 50 % auf Dividendenzahlungen zurückzuführen ist.

Anleger, die sich über die Entwicklung des DAX-Kursindex informieren oder die die Entwicklung des DAX besser mit anderen Indizes vergleichen möchten, können den DAX-Kursindex z. B. unter http://www.finanzen.net/index/DAX-Kursindex abrufen.

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Jörgen Erichsen

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