Aktienanlage – Depot im Urlaub absichern?

Es lohnt sich, das Depot vor dem Urlaub zu sichern

Sie haben Ihr Geld in Aktien investiert, wollen demnächst in Urlaub fahren und wissen nicht, ob und wie Sie Ihr Depot absichern können? Dann sollten Sie sich hierzu im Vorfeld einige Gedanken machen und mögliche Alternativen prüfen.

Jedes Jahr stehen vor der Haupt-Reisewelle in den Urlaub tausende Aktionäre vor der Frage, ob und wie Sie ihr Depot absichern können. Und dieses Jahr scheint das Risiko höher als in vielen Jahren zuvor, denn der Dax notiert bei rund 10.000 Punkten und damit nahe dem historischen Höchststand.

So sichern Sie Ihr Depot vor dem Urlaub ab

Wer davon ausgeht, dass er diesen Höchststand nicht halten wird, und sein Depot absichern möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Der Klassiker sind so genannte Stop-Loss-Aufträge zumindest für solche Papiere, die aus Sicht des Anlegers besonders von Kursrückgängen betroffen sein könnten, z. B. besonders zyklische bzw. konjunkturabhängige Werte, etwa aus der Auto- oder Chemiebranche.

Die Stop-Loss-Order

Bei einer Stop-Loss-Order erteilt der Anleger der Bank den Auftrag, eine oder mehrere Aktien zu verkaufen, wenn ein bestimmter Kurs erreicht oder unterschritten wurde. Das Papier wird dann zum nächsten festgestellten Kurs verkauft. Dieser kann aber niedriger oder auch höher sein als der Kurs, zu dem die Order erteilt worden ist.

Um wie viel Euro die Verkaufsorder unter den aktuellen bzw. zum Zeitpunkt des Urlaubsantritts gültigen Kurs gesetzt werden sollte, kann nicht gesagt werden, da dies u.a. von der Risikobereitschaft und der Einschätzung des Anlegers abhängt. Eine andere Möglichkeit, sich gegen einen Kursverfall zu schützen, ist der Kauf von so genannten Put-Optionsscheinen. Der Wert eines solchen Optionsscheins steigt umso mehr, je stärker die Kurse fallen.

Der Put-Optionsschein

Ein Put-Optionsschein ist quasi eine Versicherung gegen fallende Kurse. Im Idealfall steigt der Kurs soweit, dass mögliche Aktienverluste ausgeglichen werden, und der Aktionär verliert kein Geld. Mit einem Optionsschein können einzelne Aktien oder auch Indizes abgesichert werden.

Vorteil: Er behält die Aktien, kann ggf. weiterhin Dividenden kassieren und nach dem Urlaub von den Erträgen aus dem Optionsschein Aktien nachkaufen, soweit er von der langfristigen Ausrichtung des Unternehmens überzeugt ist.

Nachteil: Die Put-Optionsscheine müssen gekauft werden, wofür Kosten anfallen, und zwar umso mehr, je mehr Aktien abgesichert werden sollen bzw. je höher das Depotvolumen ist. Und die Optionsscheine haben nur eine begrenzte Laufzeit, oft nur wenige Tage oder Wochen.

Die Anzahl Optionsscheine, die benötigt werden, errechnen sich nach der Formel: Menge Basiswert*Optionsverhältnis.

Beispiel: Ein Aktionär hat 1.000 Aktien von BASF und will zur Absicherung einen Optionsschein mit einem Verhältnis von 1:20 einsetzen. Es müssen also 50 Optionsscheine zum jeweiligen Tageskurs gekauft werden.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, die Entwicklung der Aktienkurse vom Urlaubsort zu beobachten und bei einer erkennbaren Krise selbst aktiv zu werden. Am besten geht das, wenn man Online-Banking nutzt oder die Bank telefonisch kontaktiert.

Um beim Telefonkontakt Probleme zu vermeiden, sollte mit dem zuständigen Sachbearbeiter bereits vor dem Urlaub Kontakt aufgenommen werden, um zu klären, welche Unterlagen erforderlich sind und was berücksichtigt werden muss, um eine Order im Notfall schnell erteilen zu können.

Ist die Absicherung wirklich notwendig?

Allerdings stellt sich die Frage, ob eine Absicherung wirklich notwendig bzw. sinnvoll ist. Anleger, die eher spekulieren und Aktien nicht langfristig halten wollen, sollten immer über eine Depotabsicherung nachdenken.

Anleger, die Aktien unter Langfristaspekten unter Berücksichtigung strikter Qualitätskriterien kaufen, sollten überlegen, ob sie bei möglichen Kursrückgängen antizyklisch tätig werden und Aktien zukaufen, um den Einstandskurs zu verringern und langfristig von steigenden Kursen und Dividendenzahlungen profitieren.

Veröffentlicht am 18. Juni 2014