Aktienanlage – An welcher Börse sollten Aktien gekauft werden?

So finden Sie den richtigen Börsenplatz

Aktien kauft man an der Börse. Doch welcher Börsenplatz ist für den Anleger und Aktionäre am besten geeignet? Zur Auswahl stehen unter anderem die Stadt Frankfurt, mehrere deutsche Regionalbösen und ausländische Handelsplätze. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie Sie den idealen Börsenplatz für sich finden.

Wer Aktien großer und bekannter deutscher Unternehmen kaufen möchte, wie etwa BASF, Siemens oder Deutsche Telekom, wählt dazu am besten die Frankfurter Börse oder die elektronische Börse XETRA.

Die richtige Börse finden

Bei XETRA sind die Börsenvolumina am größten und man hat die besten Chancen auf eine zeitnahe Ausführung zu günstigen Preisen, wobei der XETRA-Handel in Bezug auf die Kosten meist auch etwas günstiger ist als der "klassische" Parketthandel. Mit XETRA werden gut 80% aller Aktienkäufe und -verkäufe in Deutschland abgewickelt.

Wer Spezialwerte aus bestimmten Regionen kaufen möchte, sollte allerdings prüfen, ob der Umsatz (Handelsvolumen) an der jeweiligen Regionalbörse, z. B. Stuttgart, Hamburg oder München, nicht größer ist als in Frankfurt bzw. mit XETRA. Dann empfiehlt sich der Kauf an einer Regionalbörse, weil hier die Chancen größer sind, eine Order vollständig abwickeln zu können.

In Frankfurt oder beim XETRA-Handel kann es bei Werten mit geringen Umsätzen zu Teilausführungen kommen und es besteht das Risiko, dass man höhere Kosten in Kauf nehmen muss oder nicht alle gewünschten Aktien erhält. Ähnliches gilt für besondere Anlageformen. Beispielsweise hat sich die Börse Hamburg auf das Segment Fonds spezialisiert. Fondskäufer sollten daher vorwiegend in Hamburg kaufen.

Wer hingegen Derivate, z. B. Devisentermingeschäfte, Optionen oder SWAPS, erwerben möchte, sollte eher die Börse in Stuttgart nutzen.

Die Ausführung von Auslandswerten

Ähnliche Probleme wie bei Spezialtiteln kann es mit der Ausführung bei Auslandswerten geben. Zwar werden nahezu alle ausländischen Aktien auch in Deutschland gehandelt, allerdings häufig nur in sehr geringen Mengen. Selbst bei großen Unternehmen kann es vorkommen, dass das Handelsvolumen in Deutschland nur ein paar tausend Euro pro Tag beträgt.

Zum Vergleich: Im XETRA-Handel werden von BASF täglich im Schnitt über 1 Mio. Aktien mit einem Volumen von mehr als 40 Mio. Euro gehandelt. Ein Kauf mehr oder weniger hat also kaum Einfluss auf die Kurshöhe und die Order werden in der Regel vollständig abgewickelt.

Papiere mit geringem Handelsumsatz

Schon geringe Ordervolumina können den Kurs einer Aktie deutlich nach oben oder unten bewegen. Und wenn es zu Teilausführungen kommt, steigen die Kosten, da sich die Gebühren schnell verdoppeln oder noch stärker steigen. Faustregel: Der durchschnittliche Tagesumsatz einer Auslandsaktie sollte mehr als das 5-6-fache der Summe betragen, für die man kaufen möchte.

Ist das nicht der Fall, sollte der Kauf an der Heimatbörse des Unternehmens erwogen werden, z. B. New-York, Paris oder London. In den meisten Fällen können Order auch direkt Online an den Auslandsbörsen ausgeführt werden. Im Zweifel sollte man vorher seinen Bankberater fragen, auf was zu achten ist und wie hoch die Kosten sind.

Der Kauf an einer Auslandsbörse ist zwar meist teurer als in Deutschland, aber er liegt häufig unter den Kosten, die bei Teilausführungen anfallen. Teilausführungen wird es an den Heimatbörsen eines Unternehmens kaum gegeben. Wie hoch die Handelsvolumina von Aktien an den einzelnen Börsen ausfallen, kann man leicht auf den Internet-Seiten einschlägiger Anbieter, z. B. comdirect.de, boerse.de oder finanzen.net, nachlesen.

Unbedingt beachten: Wer Auslandsaktien lieber in Deutschland ordern möchte, sollte in jedem Fall strikte Kauflimits setzen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Veröffentlicht am 19. September 2014
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