Aktien & Börse

Beurteilung von Aktien: Wann ist eine Aktie billig oder teuer?

Die Instrumente für die Beurteilung von Aktien haben sich immer mehr verfeinert. Aber zwei traditionelle Kennzahlen gelten immer noch als wichtige Signale für Kauf oder Verkauf einer Aktie: die „Dividendenrendite“ und – neben dem Cashflow – das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

Gewiss, einen garantierten Erfolg an der Börse können selbstverständlich auch diese Kenngrößen nicht gewährleisten. Es gibt sogar Beispiele, bei denen das KGV falsche Signal gesendet hat. Deshalb sollten KGV und Dividendenrendite nicht die einzigen Bewertungskriterien sein. Gleichwohl liefern beide im Allgemeinen ziemlich zuverlässige Angaben über den Wert einer Aktie insbesondere im Vergleich zu anderen.

Wer Aktien kauft, will zunächst wissen: Was ist mein geplantes Investment wert? Ist das Papier billig oder teuer? Hier kann das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) helfen. Es ist sozusagen der Preismaßstab. Man erhält das KGV dadurch, dass man den jeweils aktuellen Börsenkurs ins Verhältnis setzt zum erwarteten Gewinn des Unternehmens. Die Formel lautet dann: Aktienkurs/Gewinn je Aktie = KGV. Der so gewonnene Preismaßstab besagt, die Börse ist gegenwärtig bereit, den für das kommende Jahr erwarteten Ertrag des untersuchten Unternehmens mit dem xfachen (= KGV) im Börsenkurs zu bezahlen.

Als grober Richtwert für Deutschland gilt: Ein KGV unter zehn gilt als günstig. Das KGV unter zehn wäre somit ein Kaufsignal. Steigt auf der anderen Seite der Aktienkurs, dann wächst bei gleich bleibendem Gewinn automatisch das KGV. Die Aktie wird optisch "teurer". Bei einem KGV-Wert von über 20 – so sagt man – soll eine kritische Masse erreicht sein, ob ein Kauf noch lohnenswert ist. Ein KGV größer als 30 gilt als Verkaufssignal.

Die Dividendenrendite wiederum ist vor allem für risikobewusste Anleger von Bedeutung, die ihre Aktien einen längeren Zeitraum halten möchten und auf relativ hohe Dividendenerträge setzen. Die Dividendenrendite stellt eine Beziehung zwischen den ausgeschütteten Erträgen einer Aktien (Dividende) und dem aktuellen Kurs her. Die Formel lautet: Dividende durch Aktienkurs mal 100 gleich Brutto-Dividendenrendite.

Sie müssen allerdings zwischen der Dividendenrendite vor Steuern (Brutto-Dividendenrendite) und der nach Steuern (Netto-Dividendenrendite) bei der Bewertung verschiedener Papiere unterscheiden, um nicht unterschiedliche Dinge zu vergleichen. Für den Anleger wichtig ist in der Regel die Netto-Dividendenrendite. Bei der Netto-Dividendenrendite wird die Steuergutschrift abgezogen, die der Aktionär mit der Dividende erhält. Die Gutschrift erhält er, weil bereits eine AG ihren Gewinn vor der Dividendenausschüttung bereits versteuert hat, und eine Doppelbesteuerung vermieden werden soll.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.