Aktien & Börse

Übernahme und Squeeze-Out: Historische Beispiele renditeträchtiger Übernahmen

In der Vergangenheit kam es in Deutschland zu spektakulären Übernahmen und Squeeze-Out-Beschlüssen. Dabei waren für die Aktionäre in der Spitze Renditen von über 1.000% möglich. Einige Börsen-Profis spezialisieren sich daher ganz bewusst auf Übernahme-Kandidaten und nutzen die damit verbundenen Chancen.

Wie Sie den Teilen 1 bis 5 entnehmen konnten, sind die Aktionäre von börsennotierten Unternehmen, die übernommen wurden, die großen Gewinner. Als Merksatz für renditeträchtige Übernahmen gilt: "Die letzte Aktie ist immer die teuerste!"

Übernahmen gehören zum Alltagsgeschäft an der Börse. Egal, in welcher Phase des Konjunkturzyklus sich die Börse befindet, Übernahmen gibt es immer. Zwar ist die Zahl der spektakulären Übernahmen in schwachen Marktphasen geringer, aber einige Unternehmen oder Investoren, die dann noch Cash haben, nutzen ganz speziell die günstigen Aktienkurse, um Konkurrenten billig zu kaufen.

Wie identifiziert man eine Übernahme frühzeitig?
Leider ist es für Laien nur sehr schwer, eine Übernahme frühzeitig zu identifizieren. Da mit fortschreitender Übernahme das Gewinnpotenzial fällt, wäre es für Privatanleger ideal, schon vor Bekanntgabe des Pflichtangebots (vgl. Teil 2) investiert zu sein. Einfacher zu identifizieren ist für Privatanleger eine Aktiengesellschaft, bei der ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag bereits vorliegt (vgl. Teil 3).  In vielen Fällen bietet ein Engagement in solche Unternehmen immer noch ein gutes Chancen-Risiko-Verhältnis.

Übernahme von Schering, Ergo & Co: Milliardendeals mit Traumrenditen
Aktionäre, die in den 90er Jahren Mannesmann-Anteile im Depot hatten – und diese bis zum Squeeze-Out gehalten haben – gehören zu den größten Übernahme-Gewinnern. Mit einer Rendite von über 1.000% konnte sich der eine oder andere Aktionär in den vorgezogenen Ruhestand verabschieden. Selbst ein Einstieg kurz vor Bekanntgabe der Übernahme brachte noch einen Kursgewinn von über 50% – in nur 5 Monaten.

Bei der Übernahme von Schering im Jahr 2006 kam es zu einem Bieterwettstreit zwischen Merck und Bayer. Bayer gewann das Rennen um Schering, musste aber tiefer als geplant in die Tasche greifen. Den Aktionär freut es. Wer 2005 Schering-Aktien gekauft hat, konnte sich über einen Kursgewinn von über 60% freuen.

Als aktuelles Beispiel für ein Spruchstellenverfahren (vgl. Teil 5) dient das Squeeze-Out der Ergo Versicherungsgruppe.  Die Abfindungszahlung der Münchener Rück wurde auf 97,72 Euro festgesetzt. Trotzdem notiert die Aktie bei über 100 Euro. Auch hier gehen die Aktionäre von einer Nachbesserung aus. Grund: Vor der Krise notierte die Ergo-Aktie bei über 150 Euro. Welcher Abfindungspreis gerechtfertigt ist, wird die Spruchstelle klären müssen.

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Rolf Morrien