Steuervorteil durch sogenannte Auffang-Depots?

Auffang-Depots in der Schweiz bieten angeblich einen Steuervorteil für Anleger aus Deutschland. Es soll sich um eine Möglichkeit handeln, die Abgeltungssteuer legal zu umgehen. Zu diesem Zweck sollen in Depots ruhende Wertpapiere in ein neu eröffnetes Depot in der Schweiz übertragen werden. Beim späteren Verkauf der Wertpapiere sollen deutsche Aktionäre keine Steuern zahlen müssen.

Dies ergebe sich aus dem Bestandsschutz, der für Schweizer Depots gelte. So weit, so gut. Nur: Auch in Deutschland sind Kursgewinne bei Bestandsaktien weiterhin steuerfrei, und niemand muss alle vor 2009 gekauften Aktien übertragen. Was dadurch auf alle Fälle anfiele, wären hohe Umbuchungsgebühren und Depotgebühren.

Weiterhin wird das Verschenken oder Vererben der sogannten "Auffang-Depots" als Steuervorteil herausgestellt, da die Einkommensteuer entfalle. Nach deutschem Recht ist jedoch in einem solchen Fall Schenkungs- oder Erbschaftssteuer fällig. Die angepriesene "legale Steuerfreiheit" ist also nicht in Sicht.

Bei den Dividenden oder Erträgen behält die Schweiz keine Abgeltungssteuer ein, aber diese Erträge müssen später in Deutschland deklariert werden. Die Auffang-Depots bieten vielleicht Vorteile, aber nicht den Anlegern.
Veröffentlicht am 11. Juli 2008
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