Sind Aktien eine sichere Geldanlage?

Ob und inwiefern Aktien eine sichere Geldanlage sind, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Die Frage kann natürlich nicht pauschal und allgemein gültig beantwortet werden, auch wenn Studien immer wieder zeigen, dass es über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren keine Situation gibt, in der man mit Aktien Verluste erleidet. Allerdings kommt es auf die Auswahl an und dass man nicht „alles auf eine Karte“ setzt, sonst kann es tatsächlich auch zu Totalverlusten kommen.

In Deutschland ist das Bedürfnis, sein Geld sicher anzulegen, ausgeprägter als in vielen anderen Ländern der Welt. Daher wird vergleichsweise wenig auf Aktien gesetzt, da diese hierzulande den Ruf haben, eine eher unsichere Geldanlage zu sein. Gefördert hat dieses Denken auch, dass viele Aktionäre mit der "Volksaktie" Deutsche Telekom sowie mit dem mehr oder weniger wahllosen Kauf von Neuer-Markt-Aktien sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Und immer noch findet die überwiegende Mehrheit der Deutschen, dass es sicherer ist, sein Geld auf dem Giro- oder Festgeldkonto zu "parken", obwohl es dort kaum noch Zinsen gibt. Jedenfalls ist zumindest nicht kurzfristig absehbar, dass sich die Lage ändern wird.

Aktien als sichere Geldanlage?

Richtig angegangen, kann man die Frage durchaus positiv beantworten, auch wenn es im Einzelfall immer wieder zu Totalausfällen kommen kann. Denn Studien zeigen immer wieder, dass man mit Aktien über einen Zeitraum von 15-20 Jahren keine Verluste erleidet, sondern durchaus lohnende Renditen von 5-8% pro Jahr erwirtschaften kann. Wer sich allerdings kurzfristig Erfolge verspricht, kann hier schon mal "Schiffbruch" erleiden. Denn es kommt in der Historie immer wieder einmal vor, dass es Verlustphasen von mehr als 5 Jahren gibt, auch, wenn man Aktien von hervorragenden Unternehmen gekauft hat. Wer also auf kurzfristig sichere Erträge spekuliert, sollte vom Aktienkauf Abstand nehmen.

Auf die Auswahl, Ausdauer und Streuung kommt es an

Ganz anders sieht es aus, wenn man als Aktionär langfristig auf Erfolge setzt. Wer das Geld, was er mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden 15 und mehr Jahren nicht benötigt, konsequent in gute Aktien investiert und dabei auch darauf achtet, dass er nicht nur auf zwei oder drei Unternehmen setzt, sondern auf rund 10-12 und auch darauf, dass man in verschiedene Branchen investiert, der kann im Grunde nicht viel falsch machen.

Zu den Auswahlkriterien von Unternehmen und einem ausgewogenen Branchenmix wurde bereits mehrfach berichtet. Wichtig ist, dass man von "seinen" Unternehmen wirklich überzeugt ist und sich von seinem Kurs nicht abbringen lässt, auch wenn es an den Märkten immer wieder Phasen gibt, in denen die Kurse nur nach unten gehen. Denn der Preis für den langfristigen Erfolg ist, dass man kurzfristig sicher das ein oder andere Mal aushalten muss, dass man Buchverluste erzielt und man nicht genau weiß, ob es mit allen gekauften Aktien wieder deutlich nach oben geht.

Denn in Einzelfällen können sich auch die Kurse von eigentlich guten Unternehmen nicht wirklich positiv entwickeln. Daher ist es wichtig, mehrere Papiere aus mehreren Branchen zu besitzen, um das Risiko zu streuen. Wer nicht über das Geld für Einzelinvestitionen verfügt, um diese Anforderungen zu erfüllen, kann mittels ETF dennoch profitieren. Denn mit einem ETF "kauft" man einen ganzen Markt, z.B. den DAX oder den EUROSTOXX und reduziert somit das Risiko gegenüber Einzelinvestitionen weiter. Wer diese Regeln beachtet, nicht spekuliert und auf vermeintliche "Insidertipps" hört, wird mit Aktien auf lange Sicht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hohe Renditen erwirtschaften.

Veröffentlicht am 20. April 2016