Auch nach Erreichen der Knock-out-Schwelle unbedingt verkaufen

Erreicht ein Hebelzertifikat die Knock-out-Schwelle, wird es wertlos bis auf den Buchwert von einem Cent, der noch im Depot stehen bleibt. Jetzt ist es nur von Nachteil, wenn man einfach wartet, bis die Depotbank das Zertifikat irgendwann von allein ausbucht: Denn dieser Verlust wird steuerlich nicht als realisierter Verlust behandelt. In anderen Worten, wer nicht aktiv verkauft, hat Steuernachteile.

Das Finanzamt erkennt nur Verluste an, die auch tatsächlich realisiert wurden. Deswegen ist es anzuraten, das Zertifikat nach dem Erreichen der Knock-out-Schwelle noch zu verkaufen, auch wenn die Transaktion wieder etwas kostet, denn dann werden die Verluste zur Verrechnung mit Gewinnen, die sie innerhalb der Spekulationsfrist erzielen konnten, anerkannt.

Grundsätzlich sind solche riskanten Papiere nicht zu empfehlen, aber es finden sich immer ein paar risikobereite Käufer. Falls Sie sich für ein Hebelzertifikat entschieden haben, erkundigen Sie sich vorher, ob Sie es nach dem Erreichen der Knock-out-Schwelle noch verkaufen können, um im Zweifelsfall wenigstens den steuerlichen Verlust nutzen zu können.

Veröffentlicht am 12. Juli 2008
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Autor
experto.de