Kürzel hinter Indizes – das bedeuten TR, PR und GR

Das bedeuten die Kürzel hinter den Indizes.

Als Anleger sollte man sich mit den Märkten und Indizes bestens auskennen, denn jede Form von Information kann wichtige Erkenntnisse über die Rentabilität einer Investition und zu erwartende Veränderungen liefern. Indizes werden in der Praxis häufig mit kleinen Kürzeln versehen, deren Bedeutung den meisten Anlegern aber bestenfalls teilweise bekannt ist.

Im Folgenden soll daher ein Überblick über die Kürzel hinter Indizes gewährt werden.

Ein Index (Mehrzahl: Indizes) wird kontinuierlich analysiert. Die Kürzel hinter Indizes präsentieren einen Teil der daraus resultierenden Informationen. Sie geben an, welche Wertberechnung für den jeweiligen Index genutzt wurde. Aus verschiedenen Gründen existieren entsprechend unterschiedliche Bewertungsvarianten, welche durch die Kürzel transparent dargelegt werden. Sich über diese Methoden und die Bedeutung der Kürzel hinter Indizes zu informieren, ist Anlegern unbedingt nahe zu legen.

TR steht für "Total Return"

Die Abkürzung "TR" ist häufig an Indizes vorzufinden. Als Methode der Wertentwicklung wird bei diesen Indizes der "Total Return" genutzt, also wie hoch die Erträge ausfallen, die dieser Index über einen bestimmten Zeitraum "zurückgegeben" hat. Der "Total Return" umfasst alle Arten der Erträge der angeschlossenen Wertpapiere im jeweiligen Index.

Dazu gehören beispielsweise sowohl Kursgewinne als auch Kursverluste, aber auch einzelne Veränderungen bei Aktien oder Bonds. Zinserträge und erzielte Dividenden gehören ebenfalls dazu. Als Beispiel für dieses Kürzel hinter Indizes wird immer wieder gern der DAX 30 genannt. Während diese Berechnungsart in der Finanzwelt weit verbreitet ist, ist sie aber längst nicht die einzige Option, weshalb noch einige weitere Kürzel hinter Indizes existieren. Zu nennen wäre hier beispielsweise die Abkürzung "PR".

PR – die Abkürzung für den "Price Return"

Wird ein Index nach dem "Price Return" berechnet, wird folglich ermittelt, wie hoch der "Return" (Ertrag) auf einen festgelegten Preis ausfällt. Um das zu ermitteln, werden unter anderem Dividenden und Zinserträge ignoriert, da diese das Ergebnis verfälschen würden. Stattdessen liegt der Fokus beim "Price Return" ausschließlich auf den Kursbewegungen im jeweiligen Index, darunter beispielsweise die Kursveränderungen bei allen angeschlossenen Wertpapieren.

Es werden Veränderungen der Preise und des gesamten Kurses über das Kürzel "PR" definiert. Obwohl in deutschen Indizes "PR" weniger häufig als Abkürzung genutzt wird, verhält es sich außerhalb der Bundesrepublik meist anders. So werden der österreichische Index (ATX) und der schweizerische Index (SMI) primär mit dem Kürzel "PR" versehen und berechnet. Dividenden und Zinserträge werden bei der Wertberechnung in diesem Fall außen vor gelassen. Der Euro STOXX 50 nutzt ebenfalls den "Price Return" als Berechnungsgrundlage. 

NR und NTR/TNR sind die Kürzel für "Net Return" und "Net Total Return"

Der "Net Return" und "Net Total Return" sind Abwandlungen vom klassischen "Total Return" Verfahren. Der "Net Return" wird beispielsweise vom STOXX Americas 600 Oil & Gas Net Return eingesetzt, der "Net Total Return" hingegen vom S&P 500 Net Total Return Index.

Diese Abwandlungen beinhalten die reine Kursentwicklung von Wertpapieren auf dem jeweiligen Index, wobei der Net Return auch etwaige existente Dividenden und Zinserträge berücksichtigt. Der "Net Total Return" hingegen bezieht sich lediglich auf die erzielte Nettodividende, die anfallenden Quellensteuern werden bei diesem Kürzel hinter Indizesbereits subtrahiert und tragen somit nicht zur Wertstellung bei.

GR steht für "Gross Return"

GR ist eine ergänzende Angabe zum "Net Return". Diese Berechnungsmethode nutzt aber nicht den Netto- sondern stattdessen den Bruttorenditeansatz, also ohne den Abzug von anfallenden Steuern. Der DAX 30 wird ebenfalls häufig mit der GR Abkürzung hinter dem Index versehen. Die GR Kürzel hinter Indizes sind in der Praxis aber nur sehr geringfügig verbreitet.

Bei der Betrachtung der Kürzel hinter Indizes besteht also vor allem ein grundlegender Unterschied zwischen erfasster Dividenden und Zinserträge oder reiner Nettobeiträge. Diese Unterscheidung kann vor allem für Anleger Sinn machen, die Dividenden und Zinserträge nicht reinvestieren, sondern diese zur Bestreitung des Lebensunterhaltes ausschütten.

Veröffentlicht am 15. Juli 2016